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Definition

Die Riester-Rente ist eine staatlich geförderte private Altersvorsorge in Deutschland, bei der Sparer durch Zulagen und Steuervorteile beim Aufbau einer Zusatzrente unterstützt werden. Sie wurde 2002 eingeführt und nach dem damaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester benannt.

Was ist die Riester-Rente?

Die Riester-Rente ist ein staatlich gefördertes Altersvorsorgeprodukt, das 2002 als Reaktion auf die Absenkung des gesetzlichen Rentenniveaus eingeführt wurde. Ziel ist es, die entstehende Versorgungslücke durch private Vorsorge zu schließen. Arbeitnehmer, Beamte und bestimmte andere Berufsgruppen können staatliche Zulagen sowie steuerliche Absetzbarkeit nutzen.

Staatliche Förderung im Detail

Die Riester-Förderung besteht aus zwei Komponenten:

Zulagen

  • Grundzulage: 175 Euro jährlich pro förderberechtigter Person
  • Kinderzulage: 185 Euro pro Kind (Geburtsjahr bis 2007) bzw. 300 Euro pro Kind (ab Geburtsjahr 2008)
  • Die Zulagen werden direkt dem Vertrag gutgeschrieben

Steuerliche Absetzbarkeit

Eigenbeiträge plus Zulagen können als Sonderausgaben bis zu 2.100 Euro jährlich steuerlich geltend gemacht werden. Das Finanzamt prüft automatisch (Günstigerprüfung), ob die Steuerersparnis über der Zulage liegt. Falls ja, wird die Differenz erstattet.

Mindesteigenbeitrag

Um die volle Förderung zu erhalten, müssen Sparer 4 % ihres rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens einzahlen, mindestens jedoch 60 Euro jährlich. Werden Zulagen mitgerechnet, kann der Eigenanteil deutlich geringer sein – besonders für Familien mit vielen Kindern.

Riester-Produktvarianten

  • Riester-Banksparplan: Klassisches Sparbuch mit Garantiezins, sehr sicher, aber renditeschwach
  • Riester-Fondssparplan: Investition in Fonds (teils mit Aktienquote), höhere Renditechancen, aber auch Risiken
  • Riester-Rentenversicherung: Klassische oder fondsgebundene Lebensversicherung mit Riester-Förderung
  • Wohn-Riester (Eigenheimrente): Förderung für selbst genutztes Wohneigentum

Nachgelagerte Besteuerung

Riester-Renten unterliegen der nachgelagerten Besteuerung: Während der Ansparphase sind die Beiträge steuerbegünstigt, in der Rentenphase werden die Auszahlungen als Einkommen voll besteuert. Für viele Rentner ist der Steuersatz im Alter jedoch niedriger als während des Berufslebens, was die Förderung effektiv macht.

Kritik und aktuelle Debatte

Die Riester-Rente wird häufig kritisiert: hohe Gebühren bei vielen Anbietern, bürokratische Beantragung der Zulagen und ein sinkender Förderwert durch das niedrige Zinsniveau. Die Bundesregierung diskutiert seit Jahren eine Reform oder Ablösung, etwa durch ein staatliches Altersvorsorgedepot. Dennoch sind aktuell noch rund 16 Millionen Verträge aktiv.

Vergleich mit der betrieblichen Altersvorsorge (bAV)

Im Unterschied zur Riester-Rente erfolgt bei der betrieblichen Altersvorsorge die Beitragszahlung aus dem Bruttogehalt (Entgeltumwandlung), was Sozialabgaben spart. Beide Systeme können kombiniert werden. Für Geringverdiener mit Kindern ist Riester wegen der Zulagen oft vorteilhafter, für Besserverdienende ohne Kinder ist die bAV häufig attraktiver.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuer- oder Altersvorsorgeberatung. Fördervoraussetzungen und steuerliche Details sollten mit einem Steuerberater geprüft werden. Stand: 2026.

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