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Reue-Aversion — Regret Aversion

Definition

Regret Aversion beschreibt die Tendenz, Entscheidungen zu vermeiden, die zu bedauerlichen Ergebnissen führen könnten — selbst wenn diese Entscheidungen rational sinnvoll wären. Dies führt zu Passivität und übermäßiger Risikovermeidung.

Definition

Regret Aversion (Reue-Aversion) wurde von David Bell (1982) und Graham Loomes und Robert Sugden (1982) unabhängig voneinander als eigenständiges Konzept beschrieben. Sie beschreibt, dass Anleger nicht nur den finanziellen Verlust fürchten, sondern den emotionalen Schmerz der Reue über eine falsche Entscheidung.

Zwei Formen der Reue

Regret of Commission (Reue über Handeln): Ich habe eine schlechte Aktie gekauft — dieser Fehler fühlt sich schlimmer an. Regret of Omission (Reue über Unterlassen): Ich habe eine gute Aktie nicht gekauft — dieser Fehler fühlt sich weniger schlimm an. Anleger neigen dazu, Fehler durch Handeln stärker zu bereuen als Fehler durch Unterlassen — was zu Passivität führt.

Auswirkung auf das Portfolio

Reue-Aversion führt zu Herd-Investing: Es ist psychologisch weniger schmerzhaft, mit der Masse falsch zu liegen als allein. Anleger kaufen populäre Aktien und Fonds, um sich bei schlechter Performance nicht als Einzelner rechtfertigen zu müssen.

Paralysierungs-Effekt

In starken Marktphasen verharren Anleger in Cash, weil sie die Reue fürchten, kurz nach dem Einstieg einen Rückgang zu erleben — auch wenn langfristig der Wiedereinstieg rational ist. Nach dem Corona-Crash 2020 warteten viele Anleger auf neue Tiefpunkte und verpassten den Aufschwung.

Verwandte Begriffe

  • Verlustaversion
  • Status Quo Bias
  • Herding Behavior

Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.

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