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Pullback Trading

Definition

Pullback Trading ist eine Trendfolgestrategie, bei der Trader nicht beim Ausbruch einsteigen, sondern auf eine kurzfristige Gegenbewegung (Pullback) warten, um zu besseren Kursen in die Haupttrendrichtung einzusteigen.

Was ist Pullback Trading?

Im Gegensatz zum Breakout Trading, bei dem Händler direkt beim Ausbruch einsteigen, wartet der Pullback-Trader auf eine Kurskorrektur zurück an ein zuvor durchbrochenes Niveau. Die Logik: Kurse bewegen sich selten geradlinig – nach einem Ausbruch gibt es häufig eine kurze Gegenbewegung (Pullback), bevor der Trend fortgesetzt wird. Dieses Muster bietet einen günstigeren Einstieg mit besserem Chance-Risiko-Verhältnis.

Arten von Pullbacks

Retracement auf Unterstützung: Der Kurs bricht über einen Widerstand aus, fällt kurz auf dieses Niveau zurück (das nun als Unterstützung dient) und dreht wieder nach oben.

Fibonacci-Retracement: Rückläufe auf die 38,2 %-, 50 %- oder 61,8 %-Fibonacci-Level eines vorangegangenen Aufwärtsimpulses gelten als klassische Einstiegspunkte.

Gleitende Durchschnitte als Magnet: Der EMA 20 oder EMA 50 zieht Kurse in Trendphasen immer wieder an. Ein Pullback auf den gleitenden Durchschnitt in einem intakten Aufwärtstrend ist ein klassisches Einstiegssignal.

Regelwerk

  1. Übergeordneten Trend identifizieren (z. B. Kurs über EMA 200 = Aufwärtstrend)
  2. Auf Pullback zu einem Schlüsselniveau warten (Unterstützung, Fibonacci, MA)
  3. Einstiegssignal: Erholungskerze oder Candlestick-Muster (Pin Bar, Engulfing) am Level
  4. Stop-Loss: unterhalb des Pullback-Tiefs
  5. Kursziel: nächster Widerstand oder 1,5–3 × Risiko

Beispiel: Allianz-Aktie

Allianz (ALV.DE) befindet sich in einem Aufwärtstrend über dem EMA 50. Nach einem Ausbruch über 280 € zieht der Kurs auf 278 € zurück – exakt auf das vorherige Hoch und den EMA 20. Eine bullische Kerze bestätigt die Umkehr. Einstieg bei 278,50 €, Stop bei 275 €, Ziel 287 €.

Vorteile

  • Günstiger Einstieg gegenüber Breakout-Käufen
  • Geringe Stops nahe am Wendepunkt
  • Kombination mit Trendrichtung erhöht Trefferquote

Nachteile

  • Pullback kann zu einem Trendwechsel werden ("failed pullback")
  • Erfordert Geduld – nicht jeder Trend liefert klare Pullbacks
  • Identifikation des richtigen Niveaus braucht Erfahrung

Pullback vs. Breakout

Beide Ansätze ergänzen sich: Breakout-Trader steigen früher ein und nehmen mehr Bewegung mit, akzeptieren aber mehr Fehlsignale. Pullback-Trader steigen später ein mit besserem Risikoprofil, verpassen dafür schnelle Ausbruchsbewegungen.


Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Angaben ohne Gewähr. § 34b WpHG.

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