Private Debt Fonds (Direct Lending)
Definition
Private Debt Fonds (Direct Lending) vergeben direkt Kredite an mittelständische Unternehmen ohne Bankenvermittlung – mit höheren Zinsen als Anleihen, aber eingeschränkter Liquidität.
Was ist Private Debt / Direct Lending?
Private Debt ist ein Oberbegriff für nicht börsengehandelte Kreditinvestitionen. Direct Lending – die populärste Unterform – bezeichnet die direkte Kreditvergabe von Fonds an Unternehmen, ohne dass eine Bank als Intermediär fungiert.
Warum Private Debt boomt
Nach der Finanzkrise 2008 zogen sich Banken aus der Kreditvergabe an mittelständische Unternehmen zurück (strengere Regulierung durch Basel III). Private Debt Fonds füllten dieses Vakuum. Das verwaltete Vermögen wuchs von 250 Mrd. USD (2010) auf über 1,6 Billionen USD (2023).
Instrumente und Strategien
Senior Secured Loans: Erstrangige besicherte Kredite. Niedrigstes Ausfallrisiko, aber auch niedrigste Rendite (EURIBOR + 4–6 %).
Unitranche: Kombination aus Senior und Junior Debt in einem Instrument. EURIBOR + 5–8 %.
Mezzanine / Subordinated Debt: Nachrangig, höheres Risiko, EURIBOR + 8–12 %.
Distressed Debt / Special Situations: Kauf notleidender Kredite zu Abschlägen, IRR-Ziel 15–20 %.
Top-Private-Debt-Manager
Ares Management (Direct Lending): Größter Direct Lender der Welt, >100 Mrd. USD AuM in Credit.
Golub Capital: Spezialist für mittelgroße PE-backed Unternehmen in den USA.
Blackstone Credit: Teil des Blackstone-Konzerns, 250+ Mrd. USD AuM.
HPS Investment Partners: 2023 von BlackRock für 12 Mrd. USD erworben.
Renditen und Risiken
- Senior Direct Lending: 8–11 % Gesamtrendite (2023, bei gestiegenem EURIBOR)
- Unitranche: 10–14 %
- Ausfallrate historisch (2010–2022): 2–4 % p.a. bei PE-backed Unternehmen
- 2023 stieg Ausfallrate auf ca. 5–7 % durch Zinslast
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.