Buyout-Fonds (LBO-Fonds)
Definition
Buyout-Fonds übernehmen Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen, häufig über Leveraged Buyouts (LBO) mit erheblichem Fremdkapitaleinsatz, um die Eigenkapitalrendite zu hebeln.
Was ist ein Leveraged Buyout (LBO)?
Beim Leveraged Buyout (LBO) übernimmt eine PE-Firma ein Unternehmen und finanziert den Kaufpreis zu 50–75 % mit Fremdkapital (Debt). Das Eigenkapital (30–50 %) kommt aus dem PE-Fonds. Das erworbene Unternehmen haftet für die Schulden – nicht der Fonds.
Wie ein LBO funktioniert
Beispiel: Unternehmen hat einen Enterprise Value (EV) von 1 Mrd. EUR.
- PE-Firma zahlt 1 Mrd. EUR = 300 Mio. EUR Equity + 700 Mio. EUR Debt
- Nach 5 Jahren: Unternehmen hat Schulden auf 400 Mio. EUR abgebaut, EV ist auf 1,5 Mrd. EUR gestiegen
- Erlös beim Exit: 1,5 Mrd. EUR – 400 Mio. EUR Debt = 1,1 Mrd. EUR Equity
- Return auf eingesetztes Kapital: 1,1 Mrd. / 300 Mio. = 3,7x in 5 Jahren (~30 % IRR)
Bekannte Buyout-Firmen
KKR (Kohlberg Kravis Roberts): Pionier des modernen LBO, berühmt für RJR Nabisco (1989, 31 Mrd. USD – größter LBO seiner Zeit). Heute 500+ Mrd. USD AuM.
Blackstone: Größte PE-Firma der Welt, 1 Billion USD AuM (2023). CEO Stephen Schwarzman.
Apollo Global Management: Fokus auf Value und Distressed, 600+ Mrd. USD AuM.
Carlyle Group: Stark in Defense/Aerospace, Regierungsnähe, 380 Mrd. USD AuM.
CVC Capital Partners: Europas größte PE-Firma, IPO an der Euronext Amsterdam (2024).
Performance-Daten Buyout
Cambridge Associates Global Buyout Index:
- 10-Jahres-Rendite annualisiert: ~18,5 %
- 20-Jahres-Rendite annualisiert: ~16,2 %
- Typischer MOIC (Multiple on Invested Capital): 2,3–3,5x
- Typischer IRR (Internal Rate of Return): 20–25 %
Risiken im LBO
Hohe Verschuldung macht Buyout-Targets bei Zinsanstiegen (2022/23) anfällig. Zahlungsausfälle stiegen 2023 in PE-finanzierten Unternehmen deutlich an.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.