PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme)
Definition
Das PEPP ist das Corona-Notfall-Ankaufprogramm der EZB, das im März 2020 mit einem ursprünglichen Volumen von 750 Milliarden Euro gestartet wurde, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern. Im Vergleich zum regulären APP bietet das PEPP deutlich mehr Flexibilität bei der Verteilung der Käufe auf Länder und Wertpapierklassen.
Was ist das PEPP?
Das Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) ist ein Notfall-Anleihenankaufprogramm der Europäischen Zentralbank, das am 18. März 2020 als Reaktion auf die wirtschaftlichen Erschütterungen durch die COVID-19-Pandemie beschlossen wurde. Es war das bis dahin schnellste und größte geldpolitische Notfallprogramm in der Geschichte der EZB.
Das ursprüngliche Volumen von 750 Milliarden Euro wurde in mehreren Schritten auf schließlich 1.850 Milliarden Euro ausgeweitet.
Unterschied zum APP: Flexibilität als Schlüsselmerkmal
Das PEPP unterscheidet sich vom regulären APP in drei wesentlichen Punkten:
1. Kapitalschlüssel-Flexibilität: Beim APP müssen Staatsanleihenkäufe proportional zum EZB-Kapitalschlüssel auf Länder verteilt werden. Das PEPP erlaubt Abweichungen – die EZB kann gezielt mehr Anleihen von Ländern unter Marktstress kaufen.
2. Griechische Staatsanleihen: Im regulären APP waren griechische Anleihen wegen fehlenden Investment-Grade-Ratings ausgeschlossen. Das PEPP kaufte erstmals auch griechische Staatsanleihen.
3. Handelbarkeit: Das PEPP konnte auch Commercial Paper (kurzfristige Unternehmensanleihen) erwerben, die beim APP ausgeschlossen waren.
Zeitlicher Verlauf
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| März 2020 | Start mit 750 Mrd. € Volumen |
| Juni 2020 | Aufstockung auf 1.350 Mrd. € |
| Dezember 2020 | Aufstockung auf 1.850 Mrd. €, Verlängerung bis März 2022 |
| März 2022 | Ende der Nettokäufe |
| Ende 2024 | Ende der Reinvestitionen fälliger Anleihen |
Auswirkungen auf Märkte und Anleger
Renditespreads: Das PEPP wirkte unmittelbar stabilisierend auf die Spreads zwischen deutschen und italienischen Staatsanleihen, die in der Pandemie-Panik stark auseinandergelaufen waren.
Peripheriebonds: Anleger profitierten erheblich durch sinkende Risikoprämien auf Anleihen aus Spanien, Portugal, Italien und Griechenland.
Psychologischer Effekt: EZB-Chefin Christine Lagarde betonte, das PEPP werde eingesetzt „ohne Limits" – allein dieser Satz beruhigte Märkte nachhaltig.
Ausstieg: Das Ende der PEPP-Reinvestitionen Ende 2024 reduzierte die EZB-Nachfrage nach Peripheriestaatsanleihen spürbar und erhöhte den Renditedruck.
Das TPI als PEPP-Nachfolger
Nach dem PEPP etablierte die EZB 2022 das Transmission Protection Instrument (TPI) als neues Kriseninstrument, das gezielt bei ungerechtfertigten Renditesteigerungen in einzelnen Ländern eingesetzt werden kann.
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