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APP (Ankaufprogramm der EZB)

Definition

Das Asset Purchase Programme (APP) ist das großangelegte Anleihenankaufprogramm der Europäischen Zentralbank, mit dem die EZB Staatsanleihen, Unternehmensanleihen und andere Wertpapiere kauft, um die Inflation anzuheben und die Wirtschaft zu stimulieren. Es ist das Kerninstrument der quantitativen Lockerung (QE) in der Eurozone.

Was ist das APP der EZB?

Das Asset Purchase Programme (APP) ist das umfassendste geldpolitische Ankaufprogramm der Europäischen Zentralbank. Es wurde im Oktober 2014 gestartet und ist das wichtigste Instrument der quantitativen Lockerung (Quantitative Easing, QE) im Euroraum.

Ziel des APP ist es, über den Kauf von Wertpapieren die langfristigen Zinsen zu senken, die Inflationsrate in Richtung des EZB-Ziels von 2 % zu treiben und die Kreditvergabe in der Wirtschaft zu stimulieren.

Struktur des APP: Vier Teilprogramme

Das APP besteht aus vier Ankaufprogrammen:

ProgrammKürzelInhalt
Public Sector Purchase ProgrammePSPPStaatsanleihen der Eurozone (ca. 80 % des APP)
Corporate Sector Purchase ProgrammeCSPPInvestment-Grade-Unternehmensanleihen
Asset-Backed Securities Purchase ProgrammeABSPPVerbriefte Forderungen
Covered Bond Purchase Programme 3CBPP3Gedeckte Bankanleihen

Volumen und Zeitraum

Das APP erreichte ein Gesamtvolumen von über 3,3 Billionen Euro. Auf dem Höhepunkt kaufte die EZB monatlich bis zu 80 Milliarden Euro an Wertpapieren. Nach einer Phase der Reduzierung (Tapering) zwischen 2018 und 2019 wurden die Ankäufe mit dem Corona-Schock 2020 zunächst durch das PEPP ergänzt.

Ab Juli 2022 stellte die EZB die Nettokäufe im APP ein; ab März 2023 begann die schrittweise Bilanzverkleinerung (Quantitative Tightening, QT).

Auswirkungen auf Märkte und Anleger

Staatsanleihen: Die EZB als Großkäufer drückte die Renditen in der gesamten Eurozone auf historische Tiefststände. Peripheriestaaten wie Italien und Spanien profitierten überproportional von gesunkenen Risikoaufschlägen (Spreads).

Unternehmensanleihen: Das CSPP senkte Refinanzierungskosten für Investment-Grade-Emittenten spürbar und führte zu einem Boom bei Corporate Bonds.

Aktien: Niedrige Anleiherenditen trieben Anleger in risikoreichere Assets – ein wesentlicher Treiber der Aktienhausse 2015–2021.

Ausstieg: Die APP-Bilanzreduzierung ab 2023 erhöhte den Renditedruck auf Anleihen und verteuerte Unternehmensfinanzierungen.

Politische und rechtliche Kontroversen

Das APP war mehrfach Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) und das deutsche Bundesverfassungsgericht stritten über die Verhältnismäßigkeit des Programms. Das Bundesverfassungsgericht verlangte 2020 eine verbesserte Verhältnismäßigkeitsprüfung durch die Bundesregierung.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte beachten Sie die gesetzlichen Hinweise gemäß § 34 WpHG.

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