Optionsschein (Warrant)
Definition
Ein Optionsschein (Warrant) ist ein verbrieftes Derivat, das dem Inhaber das Recht verleiht, ein Underlying zu einem festgelegten Preis zu kaufen (Call-Warrant) oder zu verkaufen (Put-Warrant) — ausgegeben von Banken, mit Hebel und Laufzeit.
Was ist ein Optionsschein?
Ein Optionsschein (Warrant) ist ein börsennotiertes Derivat, das wirtschaftlich einer Option ähnelt, aber von einer Bank (Emittent) ausgegeben wird. Im Gegensatz zu börsennotierten Optionen (EUREX) werden Optionsscheine als Wertpapier verbrieft und über die Börse oder OTC gehandelt.
Call-Warrant vs. Put-Warrant
- Call-Warrant: Recht, das Underlying zu einem Basispreis zu kaufen → profitiert von steigenden Kursen
- Put-Warrant: Recht, das Underlying zu einem Basispreis zu verkaufen → profitiert von fallenden Kursen
Kennzahlen eines Optionsscheins
| Kennzahl | Beschreibung |
|---|---|
| Basispreis (Strike) | Preis, zu dem Underlying erworben/verkauft werden kann |
| Laufzeit | Datum des Verfalls |
| Bezugsverhältnis | Wie viele OS entsprechen einem Underlying? (z. B. 0,1 = 10 OS je Aktie) |
| Innerer Wert | Aktueller Gewinn bei Ausübung |
| Zeitwert | Verbleibende Chance bis Verfall |
| Omega (Δ × Hebel) | Prozentualer Gewinn bei 1 % Bewegung im Underlying |
Emittentenrisiko
Im Gegensatz zu börsengehandelten Optionen gibt es bei Optionsscheinen ein Emittentenrisiko: Geht die emittierende Bank insolvent, ist der Optionsschein wertlos — unabhängig von der Performance des Underlyings.
Knock-Out-Optionsscheine
Knock-Out-Scheine (Turbos, Mini-Futures) werden sofort wertlos, wenn der Kurs des Underlyings eine Knock-Out-Schwelle berührt. Sie haben keinen Zeitwert und sind für kurzfristige Spekulation ausgelegt.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.