Loss Ratio — Schadenquote bei Versicherungen
Definition
Die Loss Ratio (Schadenquote) gibt an, welcher Anteil der Prämieneinnahmen eines Versicherers für Schadenzahlungen aufgewendet wird.
Definition
Die Loss Ratio ist eine fundamentale Kennzahl der Versicherungsbranche:
Formel: Loss Ratio = (Schadenaufwendungen + Schadenregulierungskosten) / verdiente Prämien × 100
Eine Loss Ratio von 65 % bedeutet, dass 65 Cent von jedem verdienten Prämieneuro für Schadenleistungen ausgegeben werden.
Arten der Loss Ratio
- Incurred Loss Ratio: Eingetretene Schäden in der Periode (inkl. Rückstellungen)
- Paid Loss Ratio: Tatsächlich bezahlte Schäden
- Calendar Year vs. Accident Year: Abgrenzung nach Buchungs- vs. Schadenjahr
Branchenvergleich
| Branche | Typische Loss Ratio |
|---|---|
| Rückversicherung | 55–70 % |
| Kfz-Versicherung | 70–80 % |
| Krankenversicherung | 80–90 % |
| Lebensversicherung | 85–95 % |
Einflussfaktoren
Naturkatastrophen, Inflation (Reparaturkosten), medizinische Kostensteigerungen und Betrug (Fraud) sind die wichtigsten Treiber einer steigenden Loss Ratio. Nach Hurricane Ian (2022) stiegen die Loss Ratios US-amerikanischer Sachversicherer auf über 110 %.
Steuerung
Versicherer können die Loss Ratio durch Underwriting-Qualität (Selektion guter Risiken), Preissteigerungen und verbesserte Schadenregulierung optimieren. Rückversicherungsschutz (Retrozession) limitiert die maximale Schadenwirkung.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.