Rückversicherung als Investment
Definition
Rückversicherer wie Munich Re oder Swiss Re versichern Erstversicherer gegen Großschäden und bieten Anlegern Zugang zu einer defensiven, wenig korrelierten Anlageklasse.
Was ist Rückversicherung?
Rückversicherer sind Versicherungen für Versicherungsgesellschaften. Wenn eine Naturkatastrophe oder ein Großschaden (z. B. Hurricane Katrina, 9/11) die Kapazität eines Erstversicherers übersteigt, trägt der Rückversicherer den übersteigenden Teil des Schadens.
Die großen Rückversicherer
Weltweit führend sind Munich Re (Marktkapitalisierung ~60 Mrd. Euro), Swiss Re und Hannover Re. Gemeinsam kontrollieren sie rund 30 % des globalen Rückversicherungsmarktes mit einem Prämienvolumen von über 300 Mrd. USD jährlich.
Investmentcharakteristika
Rückversicherungsaktien gelten als defensiv und wenig konjunkturzyklisch. Ihre Cashflows sind vergleichsweise stabil, da Versicherungsprämien regelmäßig eingehen. Die Korrelation mit dem breiten Aktienmarkt ist geringer als bei Industrie- oder Technologiewerten — was sie zur Portfoliodiversifikation eignet.
Kennnzahlen
- Combined Ratio: Muss unter 100 % bleiben, um profitabel zu sein
- Return on Equity (RoE): Branchenüblich 10–15 %
- Nat-Cat-Budget: Geplante Großschadenquote pro Jahr
Munich Re als Beispiel
Munich Re erzielte 2023 einen Jahresgewinn von 4,6 Mrd. Euro bei einer Combined Ratio von 83,2 %. Die Dividende wurde auf 15 Euro je Aktie erhöht — Dividendenrendite rund 2,8 %. Die Aktie gewann über 10 Jahre mehr als 250 % inklusive Dividenden.
Cat Bonds als Alternative
Anleger können auch direkt über Cat Bonds in Rückversicherungsrisiken investieren, ohne Aktien zu kaufen.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.