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Definition

Eine Leibrente ist eine wiederkehrende Zahlung, die für die gesamte Lebensdauer des Empfängers geleistet wird und damit das Langlebigkeitsrisiko absichert. Sie kann aus privaten Rentenversicherungen, Immobilienverkäufen oder staatlichen Alterssicherungssystemen stammen.

Was ist eine Leibrente?

Die Leibrente ist eine zeitlich unbefristete Zahlung, die bis zum Tod des Empfängers (lat. vita = Leben) geleistet wird. Sie unterscheidet sich fundamental von einer Zeitrente, die nach einem festgelegten Zeitraum endet. Das Hauptmerkmal: Das Langlebigkeitsrisiko – das Risiko, das eigene Ersparte zu überleben – wird auf den Versicherer oder Zahlungspflichtigen übertragen.

Arten der Leibrente

Private Rentenversicherung: Ein Versicherungsnehmer zahlt Beiträge ein und erhält ab einem vereinbarten Rentenbeginn lebenslange monatliche Zahlungen. Varianten: sofortige Leibrente (Einmalbeitrag), aufgeschobene Leibrente (Ansparphase + Rentenphase).

Immobilien-Leibrente: Eine Immobilie wird verkauft, der Käufer zahlt dafür keine Einmalsumme, sondern eine lebenslange monatliche Rente. Ergänzend kann ein Wohnrecht vereinbart werden. Verbreitet in Frankreich als "viager".

Gesetzliche Rente: Die Deutsche Rentenversicherung zahlt ebenfalls eine Leibrente – allerdings staatlich organisiert und aus dem Umlageverfahren finanziert.

Steuerliche Behandlung

Die Besteuerung der Leibrente richtet sich nach ihrer Herkunft:

Private Rentenversicherung (Schicht 3 – Riester/private Rente):

  • Nur der Ertragsanteil unterliegt der Einkommensteuer
  • Der Ertragsanteil sinkt mit steigendem Renteneintrittsalter (z. B. 18 % bei Rentenbeginn mit 65 Jahren)
  • Beispiel: Monatsrente 1.000 €, Ertragsanteil 18 % → steuerpflichtig: 180 € monatlich

Rürup-Rente (Basisrente, Schicht 1):

  • Nachgelagerte Besteuerung: 2025 sind 100 % der Rente steuerpflichtig
  • Beiträge dagegen als Sonderausgaben absetzbar (bis 29.344 € / 58.688 € für Ehepaare, Stand 2025)

Gesetzliche Rente:

  • Ebenfalls nachgelagert besteuert (Kohortenprinzip)

Praxisbeispiel

Herr Müller (67) schließt mit 300.000 € Einmalbeitrag eine sofortige Leibrente ab. Er erhält monatlich 1.050 €. Der Ertragsanteil bei 67 Jahren beträgt 17 % → 178,50 € monatlich sind steuerpflichtig. Bei einem Grenzsteuersatz von 25 % zahlt er ca. 44,63 € Steuer pro Monat.

Vor- und Nachteile

Vorteile:

  • Lebenslange Planungssicherheit
  • Schutz vor Kapitalverzehr und Langlebigkeitsrisiko
  • Inflationsschutz durch Dynamisierungsklauseln möglich

Nachteile:

  • Keine Vererbbarkeit (ohne Rentengarantiezeit)
  • Bei frühem Tod profitiert der Versicherer
  • Inflexibel: Kapital ist gebunden

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Steuerliche Fragen sollten mit einem Steuerberater gemäß § 34 WpHG besprochen werden.

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