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Lagerumschlag (Inventory Turnover)

Definition

Der Lagerumschlag (Inventory Turnover) gibt an, wie oft ein Unternehmen seinen durchschnittlichen Lagerbestand pro Jahr verkauft oder verbraucht. Ein hoher Lagerumschlag signalisiert effizientes Bestandsmanagement und hohe Nachfrage.

Was ist der Lagerumschlag?

Der Lagerumschlag (englisch: Inventory Turnover Ratio) misst, wie oft das Lager eines Unternehmens innerhalb eines Jahres komplett umgesetzt wird:

Lagerumschlag = Umsatzkosten (COGS) ÷ Ø Lagerbestand

oder alternativ:

Lagerumschlag = Umsatz ÷ Ø Lagerbestand

(Ø Lagerbestand = (Anfangsbestand + Endbestand) ÷ 2)

Reichweitenberechnung

Die Lagerdauer (Days Inventory Outstanding, DIO) ergibt sich aus:

DIO = 365 ÷ Lagerumschlag

Ein Lagerumschlag von 6 bedeutet: Das Lager wird alle 61 Tage komplett umgeschlagen.

Branchenunterschiede

BrancheTypischer Lagerumschlag
Lebensmittelhandel15–30×
Automobilindustrie8–15×
Maschinenbau3–6×
Luxusgüter1–3×
Software/SaaSNicht relevant (kein Lager)

Was ein niedriger Lagerumschlag bedeutet

  • Überkapazitäten im Lager (gebundenes Kapital)
  • Rückgang der Nachfrage
  • Veraltete oder schlecht verkäufliche Produkte
  • Mögliches Abschreibungsrisiko auf Bestände

Zusammenhang mit Working Capital

Lagerbestände binden Working Capital und verschlechtern den Cashflow. Ein Unternehmen mit unnötig hohen Beständen finanziert diese entweder durch Fremdkapital (Zinsen) oder eigenes Eigenkapital (Opportunitätskosten).

Strategien zur Verbesserung: Just-in-Time (JIT) Produktion, Supply-Chain-Digitalisierung, Vendor-Managed Inventory.

Praxisbeispiel

Mercedes-Benz (2023): COGS ca. 130 Mrd. €, Ø Lagerbestand ca. 20 Mrd. € → Lagerumschlag = 130 ÷ 20 = 6,5× → DIO = 365 ÷ 6,5 = 56 Tage

Das bedeutet: Mercedes benötigt im Schnitt 56 Tage vom Lager bis zum Verkauf.

Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

LagerumschlagInventory TurnoverLagerdauerDays Inventory OutstandingWorking Capital Kennzahl