Kapazitätsauslastung
Definition
Die Kapazitätsauslastung misst, wie viel Prozent der verfügbaren Produktionskapazitäten tatsächlich genutzt werden, und ist ein wichtiger Vorlaufindikator für Investitionen und Inflation.
Was ist die Kapazitätsauslastung?
Die Kapazitätsauslastung (englisch: Capacity Utilization Rate) misst den Anteil der tatsächlich genutzten an der insgesamt verfügbaren Produktionskapazität einer Volkswirtschaft oder Branche. Sie zeigt an, ob die Wirtschaft nahe ihrer Produktionsgrenze operiert (hohe Auslastung) oder ob erhebliche ungenutzte Kapazitäten vorhanden sind.
Berechnung: Kapazitätsauslastung = (Tatsächliche Produktion / Maximale mögliche Produktion) × 100 %
Bedeutung als Vorlaufindikator
- Hohe Kapazitätsauslastung (>85 %): Unternehmen stoßen an Grenzen → steigender Investitionsbedarf, Lohnkostendruck, Engpassinflation
- Niedrige Auslastung (<75 %): Ungenutzte Kapazitäten → Kein Investitionsbedarf, Deflationsdruck, schwache Nachfrage
In Deutschland erhebt das ifo-Institut monatlich Daten zur Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe; in den USA veröffentlicht die Federal Reserve entsprechende Daten.
Auslastung und Inflation
Ein zentraler makroökonomischer Zusammenhang: Hohe Kapazitätsauslastung → Output-Gap positiv → Inflationsdruck. Wenn die Wirtschaft über ihrem Potenzial arbeitet, steigen Preise und Löhne. Daher beobachten Zentralbanken die Kapazitätsauslastung intensiv.
Branchenunterschiede
Die Kapazitätsauslastung variiert stark zwischen Branchen. In der Automobilindustrie gelten 80–85 % als optimale Auslastung; in der Halbleiterindustrie kann 90+ % zu Lieferengpässen führen (wie 2020–2022).
Verwandte Begriffe
Siehe auch: Output-Gap, PMI, ifo-Geschäftsklimaindex, Inflation
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.