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Jesse Livermore – Legendärer Börsenspekulant

Definition

Jesse Livermore (1877–1940) galt als brillantester Trader seiner Ära. Er verdiente Millionen mit Leerverkäufen in den Crashs von 1907 und 1929, verlor sein Vermögen mehrfach und gilt als Warnung und Vorbild zugleich.

Biografie

Jesse Lauriston Livermore wurde 1877 in Shrewsbury, Massachusetts geboren. Mit 14 Jahren floh er von zu Hause und begann in sogenannten 'Bucket Shops' zu spekulieren – illegale Wettbüros auf Aktienkurse. Mit 15 hatte er bereits 1.000 USD verdient.

Crash von 1907

Livermore erkannte früh die Überbewertung des Marktes und positionierte sich short. Beim Panic of 1907 soll er an einem einzigen Tag über 1 Mio. USD verdient haben. J.P. Morgan bat ihn persönlich, seine Shorts aufzulösen, um die Panik zu mildern.

Crash von 1929

Livermores größter Triumph: Er shorted die Märkte vor dem Schwarzen Donnerstag (24. Oktober 1929) und verdiente schätzungsweise 100 Mio. USD – umgerechnet heute mehrere Milliarden Dollar. Zeitungen bezeichneten ihn als 'größten Bären der Welt'.

Methode und Pyramidisierung

Livermore entwickelte die Technik der Pyramidisierung: Er kaufte erst eine kleine Position, erhöhte sie nur bei Kursbestätigung und platzierte strikte Stop-Loss-Marken. Seine Handelsregeln wurden in 'Reminiscences of a Stock Operator' (Edwin Lefèvre, 1923) verewigt – eines der meistgelesenen Börsenbücher aller Zeiten.

Tragisches Ende

Livermore verlor sein Vermögen mehrfach vollständig. Er hatte drei gescheiterte Ehen, kämpfte mit Depressionen und starb am 28. November 1940 durch Suizid. Sein Vermächtnis als Pionier des technischen Tradings und der Positionsgrößensteuerung bleibt unvergessen.


Dieser Eintrag dient der reinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.

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