Interest on Reserve Balances (IORB) — Verzinsung von Bankreserven
Definition
Interest on Reserve Balances (IORB) ist der Zinssatz, den die Fed auf Überschussreserven der Geschäftsbanken zahlt — das Hauptinstrument zur Steuerung der effektiven Federal Funds Rate seit 2008.
Definition und Geschichte
Die Federal Reserve begann im Oktober 2008, Zinsen auf Reserven zu zahlen — zunächst getrennt als IOER (Interest on Excess Reserves) und IORR (Interest on Required Reserves). Seit dem Wegfall der Mindestreservepflicht im März 2020 gibt es nur noch IORB (Interest on Reserve Balances) für alle Reserven.
Funktion als geldpolitisches Instrument
IORB bildet de facto die Untergrenze (floor) des Federal Funds Rate Korridors. Eine Bank würde Liquidität nie unterhalb des IORB-Satzes am Interbankenmarkt verleihen — sie könnte das Geld ja risikolos bei der Fed anlegen. Damit ersetzt IORB weitgehend den traditionellen Mindestreservemechanismus zur Zinssteuerung.
Aktuelle Kalibrierung
Der IORB-Satz liegt üblicherweise 5–10 Basispunkte unterhalb der Obergrenze des Fed-Funds-Zielkorridors. Ziel ist es, den effektiven Fed Funds Rate in der Mitte des Korridors zu halten. Ende 2024 lag IORB bei 4,65 % bei einem Zielsatz von 4,25–4,50 %.
Kosten für den Steuerzahler
Mit 3,3 Billionen USD in Bankreserven (2024) zahlt die Fed jährlich über 150 Mrd. USD an Zinsen auf Reserven — was die Fed-Gewinne reduziert und an das US-Finanzministerium weniger abgeführt wird. Kritiker sehen IORB als De-facto-Subvention für Geschäftsbanken auf Kosten der Steuerzahler.
EZB-Pendant: Einlagenfazilität
Die EZB zahlt über ihre Einlagenfazilität Zinsen auf Überschussreserven. Der Einlagensatz ist für die EZB heute das wichtigste Signalzinsinstrument, analog zu IORB bei der Fed.
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