Excess Reserves — Überschussreserven der Geschäftsbanken
Definition
Excess Reserves sind Bankreserven, die über die gesetzliche Mindestreservepflicht hinausgehen. Nach QE explodierten sie auf Billionen USD — ein Zeichen, dass Banken Liquidität horten statt Kredite zu vergeben.
Definition
Excess Reserves (Überschussreserven) sind die Reserven, die Geschäftsbanken bei der Zentralbank halten, abzüglich der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve. In den USA bestand bis März 2020 eine Mindestreservepflicht; seitdem sind alle Reserven technisch 'Excess' (IORB gilt für alle).
Entwicklung nach 2008
Vor der Finanzkrise 2008 hielten US-Banken praktisch keine Überschussreserven (etwa 2 Mrd. USD). Mit QE1 (November 2008) explodierten sie: innerhalb weniger Monate auf über 800 Mrd. USD, später auf 2,7 Billionen USD (2014). Die Einführung von IOER 2008 ermöglichte Banken, Überschussreserven risikolos zu parken.
Warum Banken Überschussreserven halten
Durch IORB erhalten Banken eine sichere Rendite ohne Kreditrisiko. In einem Niedrigzinsumfeld war das risikolose IORB oft attraktiver als Kreditvergabe an unsichere Schuldner. Außerdem stärken hohe Reserven die Liquiditätskennzahlen (LCR — Liquidity Coverage Ratio) nach Basel III.
Kritik: Geld versackt im Bankensystem
Wirtschaftskritiker sehen Überschussreserven als Transmissionsproblem: QE schuf Zentralbankgeld, das aber nicht als Kredit in die Realwirtschaft weitergegeben wurde. Der Geldmultiplikator brach zusammen. Dies erklärt, warum trotz enormer Geldmengenerweiterung die Inflation lange ausblieb.
Heutige Situation
Ende 2024 halten US-Banken rund 3,3 Billionen USD in Reserven. Die Fed steuert die Federal Funds Rate primär über IORB und RRP — nicht mehr über traditionelle Offenmarktoperationen zur Steuerung von Reserven.
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