Industrieproduktion
Definition
Die Industrieproduktion misst den Produktionsausstoß des verarbeitenden Gewerbes, Bergbaus und der Energieversorgung. Sie ist ein wichtiger Gleichlaufindikator für die Konjunktur und wird monatlich vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht.
Was ist Industrieproduktion?
Die Industrieproduktion (englisch: Industrial Production) ist der mengenmäßige Ausstoß des produzierenden Gewerbes einer Volkswirtschaft — also Fertigungsbetriebe, Bergbau und Energieversorgung — in einem bestimmten Zeitraum.
Berechnung und Veröffentlichung
In Deutschland veröffentlicht das Statistisches Bundesamt (Destatis) monatlich den Produktionsindex — mit ca. 6-Wochen-Verzug zum Berichtsmonat.
In den USA veröffentlicht die Federal Reserve den Industrial Production Index (IPI).
Industrie- vs. Dienstleistungswirtschaft
In modernen Volkswirtschaften macht Industrie oft nur noch 20-25 % des BIP aus (Deutschland: ~23 %, USA: ~18 %). Dennoch sind Industriedaten wichtig, weil:
- Industrieproduktion ist volatiler und zyklischer als Dienstleistungen
- Vorleistungseffekte: Industrie bestellt Dienstleistungen als Input
- Exportorientierung: In Deutschland sind Industriewaren der Hauptexport
Kapazitätsauslastung
Die Kapazitätsauslastung zeigt, wie viel Prozent der installierten Produktionskapazität genutzt wird. Normal: 80-85 %. Über 90 %: Engpassgefahr, Inflationsdruck. Unter 70 %: Überkapazitäten, Rezessionszeichen.
Bedeutung für Aktieninvestoren
Fallende Industrieproduktion ist ein Warnsignal für Industrieaktien (BASF, Siemens, Thyssen) — rechtzeitig erkannt, können Investoren defensiver umschichten.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.