Saisonalität an der Börse
Definition
Saisonalität beschreibt wiederkehrende Muster in Aktienmärkten zu bestimmten Jahreszeiten oder Monaten, wie den 'January Effect' oder 'Sell in May'.
Was ist Saisonalität an der Börse?
Saisonalität bezeichnet statistisch belegbare, wiederkehrende Kursmuster zu bestimmten Zeiten des Jahres an den Aktienmärkten. Diese Muster entstehen durch institutionelle Jahresabschlusskäufe, Steuerfristen, Unternehmensberichtssaisons und psychologische Anlegergewohnheiten. Saisonale Analysen sind Teil der Technischen Analyse und des quantitativen Investierens.
Bekannte saisonale Muster
Sell in May and Go Away: Der Aktienmarkt neigt statistisch dazu, von November bis April besser zu performen als von Mai bis Oktober. Laut Studien erzielt ein „Halloweenstrategie" (nur November–April investiert) langfristig vergleichbare Renditen wie Buy-and-Hold mit geringerer Volatilität.
January Effect: Historisch tendierten Small-Cap-Aktien im Januar zu überdurchschnittlicher Performance, da institutionelle Investoren am Jahresanfang neue Positionen aufbauen. Der Effekt hat sich über die Jahre abgeschwächt.
Santa Claus Rally: Die letzten fünf Handelstage des Jahres plus erste zwei des neuen Jahres zeigen statistisch häufig positive Renditen.
Window Dressing: Zum Quartalsende kaufen Fondsmanager Gewinner-Aktien, um sie in ihren Portfolioberichten ausweisen zu können — kurzfristiger Kursauftrieb bei Momentum-Aktien.
Einschränkungen
Saisonale Muster sind statistisch, nicht deterministisch. In einzelnen Jahren können sie komplett versagen. Sie sollten als zusätzlicher Faktor, nicht als alleinige Strategie genutzt werden.
Verwandte Begriffe
Siehe auch: Trend, Marktphasen, Momentum, Small Cap
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.