Historische Volatilität
Definition
Historische Volatilität (HV) misst die tatsächliche, in der Vergangenheit beobachtete Schwankungsbreite eines Wertpapiers und dient als Benchmark zur Beurteilung der impliziten Volatilität.
Was ist historische Volatilität?
Historische Volatilität (englisch: Historical Volatility, HV oder Realized Volatility, RV) misst die tatsächlich beobachteten Kursschwankungen eines Wertpapiers über einen vergangenen Zeitraum. Sie wird als Standardabweichung der logarithmischen Renditen annualisiert.
Berechnung:
- Tägliche Log-Renditen: r = ln(Preis heute / Preis gestern)
- Standardabweichung der Renditen berechnen
- Annualisierung: HV = Tages-Standardabweichung × √252 (Handelstage)
HV vs. IV
| Merkmal | Historische Volatilität (HV) | Implizite Volatilität (IV) |
|---|---|---|
| Zeitbezug | Vergangenheit | Zukunftserwartung |
| Ableitung | Aus Kurshistorie | Aus Optionspreisen |
| Verwendung | Benchmark | Optionspreis-Beurteilung |
IV minus HV: Die Volatilitäts-Prämie
Implizite Volatilität ist strukturell oft höher als historische Volatilität — diese Differenz ist die Volatilitäts-Risikoprämie (VRP). Option-Verkäufer (Short Vega) vereinnahmen langfristig diese Prämie. Es ist einer der wissenschaftlich belegten Faktoren im Options-Markt.
Verschiedene HV-Fenster
- HV10 (10 Tage): Kurzfristige Volatilität
- HV20 (20 Tage): ~1 Monat
- HV60 (60 Tage): ~3 Monate
- HV252 (252 Tage): 1 Jahr
Verwandte Begriffe
Siehe auch: Implizite Volatilität, VIX, Standardabweichung, Beta
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.