Weltwirtschaftskrise 1929 -- Die Große Depression
Definition
Die Große Depression war die schwerste Wirtschaftskrise des 20. Jahrhunderts. Ausgelöst durch den Börsenkrach 1929, schrumpfte das US-BIP um 30 %, die Arbeitslosigkeit stieg auf 25 %.
Die schwerste Wirtschaftskrise der Moderne
Die Weltwirtschaftskrise (Great Depression) begann mit dem Börsenkrach an der Wall Street im Oktober 1929 und dauerte bis Ende der 1930er Jahre. Sie veränderte die Wirtschaftspolitik weltweit nachhaltig und ebnete -- indirekt -- den Weg für politische Extremismen in Europa.
Der Börsenkrach 1929
Nach einer euphorischen Hausse der Roaring Twenties -- der Dow Jones stieg von 1921 bis September 1929 um 500 % -- begann der Absturz. Am Schwarzen Donnerstag (24. Oktober 1929) verlor der Dow Jones 11 % an einem Tag. Am Schwarzen Dienstag (29. Oktober) folgte ein weiterer Einbruch von 12 %. Bis 1932 verlor der Dow Jones insgesamt 89 % seines Wertes und notierte bei 41 Punkten (Hoch 1929: 381 Punkte).
Ursachen
Die Ursachen waren vielschichtig: spekulative Übertreibungen, massiver Einsatz von Kredit beim Aktienkauf (Margin Buying mit bis zu 90 % Fremdkapital), Schwächen im Bankensystem ohne staatliche Einlagenversicherung, restriktive Geldpolitik (Fed erhöhte Zinsen), Protektionismus (Smoot-Hawley Tariff Act 1930) und ein Dominöffekt von Bankinsolvenzen.
Ausmaß der Depression
In den USA schrumpfte das BIP von 1929 bis 1933 um 30 %. Die Arbeitslosigkeit stieg von 3 % auf 25 % -- rund 15 Millionen Menschen. Über 9.000 US-Banken gingen bankrott. Weltweit: Deutschland verlor 40 % seiner Industrieproduktion, die Arbeitslosigkeit stieg auf 30 %.
New Deal und Erholung
Präsident Franklin D. Roosevelt startete 1933 den New Deal -- ein umfangreiches Konjunkturprogramm mit staatlichen Beschäftigungsprogrammen, Bankenregulierung (Glass-Steagall Act) und Einlagensicherung (FDIC). Die vollständige Erholung kam erst mit der Rüstungsproduktion im Zweiten Weltkrieg.
Lehren für die Wirtschaftspolitik
Die Große Depression formte das keynesianische Denken: Staatliche Nachfragesteuerung, antizyklische Fiskalpolitik und Zentralbanken als Lender of Last Resort wurden zur Orthodoxie -- und prägten die Reaktion auf die Finanzkrise 2008.
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