Goodwill (Geschäftswert)
Definition
Goodwill bezeichnet den immateriellen Mehrwert eines Unternehmens, der bei einer Übernahme über den bilanziellen Buchwert der Vermögenswerte hinausgezahlt wird.
Was ist Goodwill?
Goodwill (deutsch: Geschäftswert oder Firmenwert) bezeichnet den Betrag, den ein Käufer bei einer Unternehmensübernahme über den fairen Marktwert aller identifizierbaren Vermögenswerte abzüglich Verbindlichkeiten hinaus bezahlt. Er spiegelt immaterielle Werte wie Markenbekanntheit, Kundenbeziehungen, Mitarbeiterqualifikationen und Synergieerwartungen wider.
Formel: Goodwill = Kaufpreis − Fairer Nettovermögenswert des erworbenen Unternehmens
Goodwill in der Bilanz
Goodwill wird als immaterieller Vermögenswert in der Bilanz aktiviert. Nach IFRS (IAS 36) wird Goodwill nicht mehr planmäßig abgeschrieben, sondern jährlich einem Impairment Test unterzogen. Ergibt dieser Test, dass der erzielbare Betrag unter dem Buchwert liegt, muss eine außerplanmäßige Abschreibung (Impairment) vorgenommen werden. Nach US-GAAP gilt entsprechend ASC 350.
Goodwill-Impairment als Warnsignal
Eine hohe Goodwill-Abschreibung signalisiert, dass eine Übernahme schlechter verlaufen ist als erwartet. So musste die Deutsche Telekom nach der T-Mobile-USA-Übernahme Milliarden an Goodwill abschreiben. Für Analysten ist ein hoher Goodwill-Anteil in der Bilanz ein Risikofaktor, da er bei schlechter Geschäftsentwicklung zu erheblichen Abschreibungen führen kann.
Beispiel
SAP erwarb 2018 den Cloudanbieter Qualtrics für 8 Mrd. USD. Da der Buchwert deutlich darunter lag, entstand erheblicher Goodwill. 2023 wurde Qualtrics an den Private-Equity-Investor Silver Lake und CPP Investments verkauft — mit entsprechendem Einfluss auf die Goodwill-Position in der SAP-Bilanz.
Verwandte Begriffe
Siehe auch: Buchwert, Bilanz, Übernahme, EBIT
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.