EV/EBITDA-Verhältnis
Definition
Das EV/EBITDA-Verhältnis setzt den Enterprise Value (Gesamtunternehmenswert) ins Verhältnis zum EBITDA und ist eine der wichtigsten Kennzahlen für Unternehmensvergleiche und M&A-Bewertungen.
Was ist EV/EBITDA?
Das EV/EBITDA-Multiple (Enterprise-Value-to-EBITDA) ist eine Bewertungskennzahl, die den gesamten Unternehmenswert (EV) ins Verhältnis zur operativen Ertragskraft vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) setzt.
Bestandteile
Enterprise Value (EV) = Marktkapitalisierung + Nettoverschuldung
Nettoverschuldung = Finanzschulden − Liquide Mittel
Das EV zeigt, was ein Käufer für das gesamte Unternehmen zahlen würde (Eigenkapital + Schulden − Cash).
Formel
EV/EBITDA = Enterprise Value / EBITDA
Praxisbeispiel
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Marktkapitalisierung | 4.000 Mio. € |
| Finanzschulden | 800 Mio. € |
| Liquide Mittel | 200 Mio. € |
| Enterprise Value | 4.600 Mio. € |
| EBITDA | 460 Mio. € |
| EV/EBITDA | 10x |
Interpretation
| Branche | Typisches EV/EBITDA |
|---|---|
| Technologie/SaaS | 15–30x |
| Konsumgüter | 10–15x |
| Industrie | 8–12x |
| Energie | 4–8x |
| Telekom | 5–8x |
Vorteile gegenüber dem KGV
- Kapitalstrukturunabhängig: EV/EBITDA vergleicht Unternehmen unabhängig von Verschuldung
- Abschreibungsunabhängig: EBITDA eliminiert buchhalterische Unterschiede
- International vergleichbar: Weniger anfällig für Steuerrechtsunterschiede
Grenzen
EV/EBITDA ignoriert Investitionsausgaben (CAPEX). Ein kapitalintensives Unternehmen kann trotz niedrigem EV/EBITDA teuer sein. Daher wird oft zusätzlich das EV/EBIT oder EV/Free-Cashflow herangezogen.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.