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Going-Private-Transaktion

Definition

Eine Going-Private-Transaktion bezeichnet den Prozess, durch den ein börsennotiertes Unternehmen aus dem Börsenhandel herausgenommen wird — meist durch Übernahme durch Private Equity oder durch den Mehrheitsaktionär.

Was ist Going Private?

Going Private ist das Gegenteil eines IPO: Ein Unternehmen, das bisher an der Börse notiert war, zieht sich vom öffentlichen Kapitalmarkt zurück. Die verbleibenden Minderheitsaktionäre werden ausgekauft — entweder durch ein Übernahmeangebot, einen Squeeze-out oder einen Beherrschungsvertrag.

Typische Going-Private-Strukturen

1. LBO (Leveraged Buyout) durch Private Equity: Ein PE-Fonds erwirbt alle Aktien — größtenteils fremdfinanziert — und nimmt das Unternehmen von der Börse. Klassiker: Stada (Bain/Cinven, 2017), Kabel Deutschland (Vodafone, 2014).

2. Management Buyout (MBO): Das bestehende Management kauft das Unternehmen aus, häufig mit PE-Unterstützung.

3. Strategischer Käufer: Ein Grosskonzern kauft alle Aktien und integriert das Unternehmen (z. B. Squeeze-out nach 95% Übernahme).

4. Gründerrücknahme: Der Grunder kauft zurück, was er beim IPO abgegeben hatte.

Warum Going Private?

Börsennotierung kostet: Compliance, IR, Hauptversammlung, Quartalszwang. Unternehmen mit ruhigerem Investitionshorizont — z. B. für Restrukturierungen — können abseits des Kapitalmarkts schneller und flexibler agieren. Kurzfristiger Aktienkursdruck entfällt.

Rechte der Aktionäre in Deutschland

In Deutschland reguliert das Wertpapierübernahmegesetz (WpUeG) Pflichtangebote. Bei Übernahme von > 30 Prozent muss ein Pflichtangebot an alle Aktionäre erfolgen. Squeeze-out-Recht besteht ab 95 Prozent der Stimmrechte.


Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.

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