Earnings-Surprise-Magnitude
Definition
Die Earnings-Surprise-Magnitude misst die absolute oder relative Abweichung des tatsächlichen Quartalsgewinns vom Analysten-Konsens und ist ein zentrales Signal für kurzfristige Kursreaktionen.
Earnings-Surprise-Magnitude
Was ist Earnings Surprise?
Eine Earnings Surprise entsteht, wenn der tatsächlich gemeldete Quartalsgewinn (EPS) vom Analystenkonskensus abweicht. Die Magnitude — Größe dieser Abweichung — bestimmt maßgeblich die unmittelbare Kursreaktion am Ergebnistag.
Berechnung
Earnings Surprise (%) = (Tatsächlicher EPS − Konsensschätzung) / |Konsensschätzung| × 100
Standardized Unexpected Earnings (SUE):
SUE = Surprise / Standardabweichung der Überraschungen (letzten 8 Quartale)
Kursreaktion nach Surprise-Größe (S&P 500, 2010–2023)
| Surprise-Dezil | Ø EPS-Beat | 1-Tages-Rendite | 30-Tages-Rendite |
|---|---|---|---|
| D10 (größtes Beat) | +25 % | +5,8 % | +8,1 % |
| D7–D9 | +10 % | +2,9 % | +4,2 % |
| D4–D6 (In-Line) | ±2 % | +0,3 % | +0,7 % |
| D1–D3 | −8 % | −4,2 % | −6,8 % |
Asymmetrie: Misses bestrafen mehr als Beats belohnen
Empirisch werden Negative Surprises härter bestraft als positive Surprises belohnt:
- Beat um 10 %: +2,9 % Kursreaktion
- Miss um 10 %: −4,6 % Kursreaktion
Ursache: Verlustaversion der Anleger + konservative Sell-Side-Schätzungen
Erwartungsmanagement durch Unternehmen
Viele CFOs senken vor Quartalsende die Guidance (sog. Lowballing), um dann einfacher zu beaten. Daher gilt: Nicht der absolute Beat zählt, sondern der Beat relativ zu managementjustierter Erwartung.
Quellen für Konsensschätzungen
- Bloomberg Consensus (institutionell)
- Refinitiv I/B/E/S
- Kostenlos: Yahoo Finance Earnings Calendar, Seeking Alpha Earnings
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.