Cross-Currency Swap
Definition
Ein Cross-Currency Swap ist ein Derivat, bei dem Zinszahlungen und Nennbeträge in zwei verschiedenen Währungen getauscht werden — er kombiniert Zinsswap und Devisentermingeschäft.
Grundstruktur
Beim Cross-Currency Swap (CCS) tauschen zwei Parteien:
- Anfangs: Nominale in zwei verschiedenen Währungen (z.B. EUR und USD)
- Laufend: Periodische Zinszahlungen in der jeweiligen Währung
- Am Ende: Rücktausch der Nominale zum ursprünglichen Kurs
Varianten
- Fixed-Fixed CCS: Beide Seiten zahlen Festzinsen (z.B. 3,50 % EUR gegen 5,20 % USD)
- Fixed-Float CCS: Eine Seite fest, andere variabel (SOFR, EURIBOR)
- Float-Float CCS (Basis Swap): Beide Seiten variabel in verschiedenen Währungen
Berechnungsbeispiel
Deutsche Firma braucht USD 100 Mio. für 5 Jahre, hat aber EUR-Finanzierung. Wechselkurs: 1,10 EUR/USD → Nennbetrag EUR-Seite: 90,9 Mio. EUR
Start: Tausch 90,9 Mio. EUR gegen USD 100 Mio. Laufend: Firma zahlt 5,00 % auf USD 100 Mio. = 5 Mio. USD/Jahr Laufend: Erhält 3,80 % auf EUR 90,9 Mio. = 3,45 Mio. EUR/Jahr Ende: Rücktausch zum Startkurs 1,10
Cross-Currency Basis
Der Marktpreis eines CCS enthält die sogenannte Cross-Currency-Basis — einen Spread der die relative Nachfrage nach USD-Liquidität reflektiert. 2023 lag die EUR/USD-Basis bei ca. −10 bis −30 bp, was USD-Finanzierung für europäische Firmen teurer machte.
Einsatz in der Praxis
Multinationale Konzerne und Supranationale (EIB, KfW) nutzen CCS um günstige Heimwährungsfinanzierung in andere Währungen zu swappen. Zentralbanken verwenden CCS-ähnliche Swap-Linien in Krisenzeiten (Fed ↔ EZB, Fed ↔ SNB).
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.