Credit Default Swap (CDS)
Definition
Ein Credit Default Swap (CDS) ist ein Kreditderivat, das den Käufer gegen den Ausfall eines Schuldners absichert — eine Art Versicherung gegen Kreditrisiken.
Was ist ein Credit Default Swap?
Ein Credit Default Swap (CDS) ist ein Kreditderivat, bei dem eine Partei (Sicherungsnehmer) eine regelmäßige Prämie (CDS-Spread) an eine andere Partei (Sicherungsgeber) zahlt. Im Gegenzug erhält der Sicherungsnehmer eine Ausgleichszahlung, falls der Referenzschuldner (Emittent) ein Kreditereignis (Credit Event) erleidet — typischerweise Zahlungsausfall oder Restrukturierung.
Analogie: Der CDS funktioniert wie eine Versicherung auf eine Anleihe. Der CDS-Käufer ist der Versicherungsnehmer, der Verkäufer der Versicherer.
CDS-Spread als Marktindikator
Der CDS-Spread (in Basispunkten p.a.) spiegelt die Markteinschätzung der Ausfallwahrscheinlichkeit wider. Je höher der Spread, desto mehr Kreditrisiko sieht der Markt:
- 10 BP: Sehr geringe Ausfallwahrscheinlichkeit (Bundesanleihe)
- 100 BP (1 %): Erhöhtes Risiko
- 500 BP: Hohes Ausfallrisiko (Distressed)
- > 1.000 BP: Sehr wahrscheinlicher Ausfall
Verwendung
- Absicherung (Hedging): Anleiheninvestor kauft CDS zum Schutz seines Portfolios
- Spekulation: Handel auf Verbesserung/Verschlechterung der Kreditqualität ohne die Anleihe zu halten
- Kreditrisiko-Handel: Banken managen Kreditrisiken über CDS-Portfolios
CDS-Markt und Systemrisiko
Der CDS-Markt ist ein OTC-Markt (over-the-counter) mit rund 8–10 Billionen USD Nominalvolumen. AIG's CDS-Verkäufe ohne ausreichende Sicherheiten waren ein kritischer Faktor in der Finanzkrise 2008.
Verwandte Begriffe
Siehe auch: Credit Spread, Anleihe, Credit Rating, Derivate
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.