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Comparable Company Analysis (Comps)

Definition

Die Comparable Company Analysis (Comps) bewertet ein Unternehmen anhand der Multiplikatoren börsennotierter Vergleichsunternehmen. Sie ist die am häufigsten verwendete Bewertungsmethode in der Investmentbank-Praxis.

Was sind Comps?

„Tell me the price, not the value" — Comparable Company Analysis ist die pragmatische Antwort der Wall Street auf die Herausforderung der Unternehmensbewertung. Statt zukünftige Cashflows zu schätzen, fragt man: Was zahlt der Markt gerade für ähnliche Unternehmen?

Die Methode basiert auf dem Gesetz des einheitlichen Preises: Ähnliche Vermögenswerte sollten ähnlich bepreist werden. Abweichungen signalisieren Über- oder Unterbewertung.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

1. Peer-Gruppe definieren

Kriterien für vergleichbare Unternehmen:

  • Gleiche Branche / gleiches Geschäftsmodell
  • Ähnliche Unternehmensgröße (±50 % Umsatz)
  • Vergleichbares Wachstumsprofil
  • Gleiche Geografie (wenn relevant)
  • Ähnliche Margen und Profitabilität

2. Multiplikatoren berechnen

Die gängigsten Multiplikatoren:

MultiplikatorFormelEinsatz
EV/EBITDAEnterprise Value / EBITDAUniversal, kapitalstrukturunabhängig
EV/EBITEnterprise Value / EBITWenn Abschreibungen relevant
KGVKurs / Gewinn je AktieReife Profitunternehmen
EV/UmsatzEnterprise Value / UmsatzWachstumsunternehmen ohne Gewinn
KBVKurs / Buchwert je AktieBanken, Versicherungen

3. Comps-Tabelle erstellen

Rechenbeispiel — Bewertung von Teamviewer:

PeerEV/EBITDAEV/UmsatzKGV
Citrix (adj.)14,2×5,8×22,1×
LogMeIn12,8×4,9×19,4×
Zoom18,5×8,2×31,0×
Median Peer14,2×5,8×22,1×
Teamviewer EBITDA285 Mio. €
Implizierter EV4,05 Mrd. €

4. Bewertungsspanne bestimmen

Professionelle Analysten nehmen nie nur den Median, sondern zeigen eine Spanne:

  • 25. Perzentil der Peer-Gruppe = untere Grenze
    1. Perzentil = obere Grenze

Anpassungen und Fallstricke

LTM vs. NTM: Verwende NTM-Zahlen (Next Twelve Months) für Forward-Multiplikatoren — sie reflektieren Erwartungen, nicht Geschichte.

Einmalige Posten: Bereinige EBITDA um M&A-Kosten, Restrukturierungsaufwendungen und andere Non-Recurring Items.

Größeneffekte: Kleinere Unternehmen handeln oft mit Abschlag (Small-Cap-Discount 15–25 %).

Kontrollprämie: Comps zeigen Minderheitsbewertungen. Bei M&A-Transaktionen muss eine Prämie von 20–40 % addiert werden.

Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Gemäß §34 WpHG wird darauf hingewiesen, dass der Autor Positionen in den besprochenen Wertpapieren halten kann.

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