Auftragseingang (Order Intake)
Definition
Der Auftragseingang misst die neu erhaltenen Bestellungen und Aufträge in einem bestimmten Zeitraum. Er ist ein wichtiger Frühindikator für den künftigen Umsatz und die Kapazitätsauslastung, besonders in Industrieunternehmen.
Was ist der Auftragseingang?
Der Auftragseingang (englisch: Order Intake oder New Orders) erfasst den Wert aller in einem Berichtszeitraum neu erhaltenen Aufträge und Bestellungen. Er wird vor dem tatsächlichen Umsatz erfasst und ist daher ein Vorlaufindikator.
Auftragseingang vs. Umsatz
| Kennzahl | Zeitpunkt | Bedeutung |
|---|---|---|
| Auftragseingang | Bei Auftragserhalt | Zukünftiger Umsatz |
| Umsatz | Bei Lieferung/Leistungserbringung | Aktueller Erlös |
| Auftragsbestand | Kumuliert noch nicht umgesetzt | Umsatzsicherheit |
Book-to-Bill-Ratio
Das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz zeigt die Dynamik:
- Book-to-Bill > 1: Auftragseingang wächst schneller als Umsatz (bullisches Signal)
- Book-to-Bill < 1: Auftragsbestand schrumpft (Warnsignal)
- Book-to-Bill = 1: Stabile Auslastung
Relevanz nach Branchen
- Maschinenbau: Siemens, KION - Auftragseingang ist Leitgröße
- Rüstung: Rheinmetall, Airbus - Mehnjahresaufträge im Backlog
- IT-Dienstleister: SAP, Capgemini - wichtig für ARR-Wachstum
- Halbleiter: ASML veröffentlicht Auftragseingang quartalsweise als Branchenindikator
Saisonalität und Normen
Auftragseingang kann stark schwanken durch:
- Jahresend-Bestellwellen (Budgetverbrauch)
- Großaufträge verzerren Quartale (Lumpy Orders)
- Währungseffekte bei Auslandsaufträgen
Praxisbeispiel
Asset hat Q4-Auftragseingang von 5,2 Mrd. EUR vs. Umsatz 4,8 Mrd. EUR = Book-to-Bill 1,08 - ein positives Signal für das kommende Jahr.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.