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05. April 20265 Min. Lesezeit

Ölschock, Iran-Krise, Wochenausblick: Was Anleger jetzt wissen müssen

DAX bei 23.215 Punkten. Öl auf 111 Euro (+11,5%) durch Iran-Krise. EZB-Entscheid am 17. April im Fokus.

FinAtlas Redaktion

Erwahnte Aktien

Der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormus haben die Finanzmärkte in der vergangenen Woche erschüttert. Der Ölpreis schoss um 11,5 Prozent auf 111 Euro je Barrel. Der DAX schloss die Woche bei 23.215 Punkten — trotz eines kurzfristigen Erholungsversuchs am Dienstag bleibt die Lage fragil.

KennzahlWert
DAX-Stand23.215 Punkte
Wochenveränderungca. +1,67%
Wochentiefca. 22.450 Punkte
Ölpreis (Brent)111,17 EUR/Barrel
EUR/USD1,1540
10Y-Bund-RenditeDaten n.v.

Die Woche im Rückblick

Am Dienstag sorgte die Hoffnung auf eine Waffenruhe im Nahen Osten für eine Kursrallye. Der DAX gewann zeitweise rund 600 Punkte. Dow Jones und Nasdaq schlossen 2,5 Prozent im Plus.

Dann kam Donnerstag. Eine unklare Rede von US-Präsident Trump ließ Anleger erneut absichern. Der Ölpreis zog wieder an. Dow und Nasdaq beendeten die Erholung abrupt.

Die Straße von Hormus bleibt blockiert. Rund 40 Länder beratschlagen über Lösungen. Ohne freie Durchfahrt fließen keine 20 Prozent der weltweiten Ölexporte — mit direkten Folgen für Lieferketten bei Chips und Medikamenten.

Top-Gewinner und Verlierer

TitelKurs+/-
E.ON19,70 €+2,20%
Deutsche Börse255,60 €+1,91%
Hannover Rück269,80 €+1,20%

Top-Verlierer (Freitag, 3. April)

TitelKurs+/-
Deutsche Telekom30,77 €-3,36%
Infineon38,96 €-2,96%
HeidelbergCement177,55 €-2,74%

E.ON und Hannover Rück profitieren von defensivem Kapital, das aus zyklischen Werten abfließt. Versicherer und Versorger gelten als sicherer Hafen, wenn Geopolitik die Nerven belastet.

Deutsche Telekom verlor durch den Ex-Dividenden-Abgang von 0,97 Euro am 2. April strukturell an Kurswert. Infineon leidet unter dem Druck auf Tech-Werte und Lieferkettensorgen.

Makro-Narrativ: Warum der Markt nervös bleibt

Der Iran-Krieg ist kein Kurzzeit-Ereignis. Die Blockade der Meerenge von Hormus trifft den globalen Energiemarkt präzise dort, wo er am anfälligsten ist: Öl und Gas aus dem Persischen Golf.

Erdöl bei 111 Euro je Barrel bedeutet Druck auf Margen quer durch alle Industrien. Für Chemie, Fluglinien und Transport sind das direkte Kosten. Für Zentralbanken ist es ein Dilemma: Inflation bekämpfen bei gleichzeitig schwächelnder Konjunktur.

Die EZB hat das Problem erkannt. Präsidentin Lagarde sprach Ende März explizit über "Energiepreisschocks und ihre Auswirkungen auf die Geldpolitik". Der nächste EZB-Zinsentscheid am 17. April steht unter diesem Vorzeichen.

Intermarket-Bezüge

Öl dominiert alles. Ein Barrel Brent auf 111 Euro ist der höchste Stand seit Jahren. Der Rückgang der Ölpreise in der Rallye-Woche Mitte März hat sich vollständig umgekehrt.

EUR/USD bei 1,1540 — der Euro hat leicht Boden verloren. Ein schwächerer Euro verteuert Öl-Importe für Europa zusätzlich.

Sektorrotation: Anleger verkaufen Zykliker (Halbleiter, Bau) und kaufen Defensive (Versorger, Versicherungen). Das Muster zeigt sich klar in der Gewinner/Verlierer-Tabelle.

Bull/Bear-Case für den DAX

Bullen setzen auf: Diplomatische Lösung im Nahen Osten (Ölpreis-Rückgang wäre sofortiger Katalysator), EZB-Zinssenkung am 17. April, starke US-Unternehmensgewinne im laufenden Quartal.

Bären warnen vor: Eskalation im Konflikt, Ölpreis über 120 Euro als Rezessions-Trigger, hartnäckige Inflation die EZB-Zinssenkungen verhindert. Strategen der DZ Bank sehen das Tagesschlusskurs-Muster als technisch fragil.

Einschätzung: Das Gleichgewicht kippt mit jedem Hormus-Headline. Das Base-Case-Szenario lautet: DAX zwischen 22.500 und 24.000 bis zur EZB-Entscheidung. Ein bullisches Ausbruchsszenario braucht zuerst Öl unter 95 Euro.

Ausblick: Was die neue Woche bringt

EZB-Zinsentscheid (17. April): In zwölf Tagen entscheidet die EZB über die Leitzinsen. Der Markt preist derzeit eine Zinspause ein — der Ölpreisschock erschwert jedoch eine klare Signallage.

TMUS-Quartalszahlen (28. April): T-Mobile US rapportiert Ende April. Als wichtigste Tochter der Deutschen Telekom hat das Ergebnis direkte DAX-Relevanz.

Hormus-Konferenz: 40 Länder verhandeln über die Freigabe der Meerenge. Eine diplomatische Lösung könnte den Ölpreis schlagartig drücken — und den DAX treiben.

DAX-Chartmarken:

  • Unterstützung: 22.800 Punkte (Bereich der Vorwochentiefs)
  • Widerstand: 23.800 Punkte (April-Hoch)
  • Ein Ölpreisrückgang unter 100 Euro wäre das stärkste bullische Signal

Kurzum

Der DAX navigiert durch einen echten Geopolitik-Schock. Öl auf 111 Euro, Hormus blockiert, Trump-Unklarheiten — das Umfeld bleibt für Risikowerte ungünstig. Defensive Sektoren und der EZB-Ausblick auf den 17. April werden die Agenda der neuen Woche bestimmen. Bis eine diplomatische Lösung im Nahen Osten greifbare Konturen annimmt, bleibt Volatilität der Standard.

Häufig gestellte Fragen

Warum steigt der Ölpreis so stark?

Die Blockade der Straße von Hormus durch Iran unterbricht rund 20 Prozent der weltweiten Öltransporte. Das reduzierte Angebot bei gleichbleibender Nachfrage treibt die Preise. Brent-Öl notiert aktuell bei 111 Euro je Barrel.

Wann ist der nächste EZB-Zinsentscheid?

Die EZB entscheidet am 17. April 2026 über die Leitzinsen. Die Pressekonferenz mit Lagarde beginnt um 14:45 Uhr MEZ. Der Ölpreisschock erschwert eine klare Signallage für Zinssenkungen.

Warum verloren Infineon und Deutsche Telekom so stark?

Infineon leidet unter Tech-Abverkäufen und Lieferkettensorgen (Chips über Hormus). Deutsche Telekom handelte Ex-Dividende am 2. April — der Kursabschlag von rund einem Euro ist zum Teil strukturell bedingt. Dazu brach die Aktie unter die 50-Tage-Linie.

Was bedeutet der Iran-Krieg für deutsche Lieferketten?

Neben Energie sind auch Halbleiter und Pharmazeutika betroffen, da Vorprodukte über den Persischen Golf transportiert werden. Analysten warnen vor Engpässen bei Computerchips und Medikamenten, sollte die Blockade anhalten.

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Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar und dient lediglich Informationszwecken. Alle Angaben ohne Gewähr. Die Meinungen und Einschätzungen können sich jederzeit ändern.

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