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29. März 20266 Min. Lesezeit

Spritpreise 2026: Diesel 2,23 Euro — Der Iran-Krieg kostet deutsche Autofahrer 267 Euro im Jahr

Diesel 2,234 €/L, E10 2,054 €/L (ADAC 26.3.). Brent-Öl bei 107 $/Barrel wegen Iran-Krieg. Jahreskosten für Benziner steigen um 267 Euro. E-Auto spart 1.257 Euro jährlich gegenüber Benziner.

FinAtlas Redaktion

Diesel kostet 2,234 Euro pro Liter, E10 liegt bei 2,054 Euro. Der Iran-Krieg treibt den Ölpreis auf über 107 Dollar — und leert Deutschlands Geldbörsen an der Zapfsäule. Wir rechnen nach, was das pro Jahr bedeutet. Der ADAC veröffentlichte am Donnerstag, 26. März 2026, die bundesweiten Tagesdurchschnittspreise:

  • Diesel: 2,234 Euro pro Liter (–3,5 Cent gegenüber Mittwoch)
  • E10-Superbenzin: 2,054 Euro pro Liter (–1,4 Cent gegenüber Mittwoch)

Klingt nach Entlastung — ist aber keiner. Denn am Montag, 23. März, hatte Diesel noch 7,6 Cent mehr gekostet und ein Mehrjahreshoch markiert, wie n-tv berichtete. Die ADAC-Experten dämpfen die Hoffnung auf weitere Entlastung direkt: "Angesichts der steigenden Ölpreise ist zu erwarten, dass es auch an der Zapfsäule wieder teurer wird." Die ersten Preise vom Freitag hätten bereits in diese Richtung gedeutet.

Warum ist Sprit so teuer? Die Straße von Hormus

Brent-Rohöl notiert bei rund 107 US-Dollar je Barrel — rund 40 Prozent über dem Niveau vor Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar 2026. Die Straße von Hormus zwischen dem Oman und dem Iran ist die engste Schifffahrtsroute für Öl weltweit. Durch sie fließen täglich 20 bis 21 Millionen Barrel Rohöl — rund 20 Prozent des globalen Seehandels mit Öl.

Analyst Robert Yawger von Mizuho warnte laut Bloomberg: "Die Saudis transportieren derzeit 4 Millionen Barrel pro Tag aus dem Roten Meer. Wenn das wegfällt, sind wir wieder da, wo wir angefangen haben, als 16 bis 18 Millionen Barrel ausfielen." Am Wochenende traten die Houthis aus dem Jemen dem Konflikt bei — ein weiteres Eskalationsrisiko.

Hinzu kommt der Währungseffekt: Bei einem Euro/Dollar-Kurs von 1,1514 macht jede Dollar-Bewegung beim Ölpreis einen größeren Ausschlag im Euro-Endpreis an der Zapfsäule.

Was zahlen Sie pro Jahr mehr?

Bei 15.000 Kilometer jährlich und einem Durchschnittsverbrauch von 7 Litern auf 100 Kilometer ergibt sich:

SzenarioKraftstoffPreis/LJahreskosten
Heute (März 2026)E102,054 €2.156,70 €
Heute (März 2026)Diesel2,234 €2.346,00 €
2023 (Ø-Preis ~1,80 €)E101,80 €1.890,00 €

Der Unterschied: Ein E10-Fahrer zahlt heute rund 267 Euro mehr pro Jahr als im Schnitt 2023 — das sind gut 22 Euro pro Monat mehr.

Ein einziger Tankvorgang (60 Liter E10) kostet heute 123,24 Euro. Vor zwei Jahren waren es rund 108 Euro.

Lohnt sich jetzt das Elektroauto?

Die FAZ analysierte am 29. März 2026 unter dem Titel "Das Elektroauto spart Hunderte Euro" den Kostenvergleich zwischen Benziner und Stromer. Das Ergebnis ist eindeutig.

Bei 15.000 Kilometer jährlich und einem E-Auto-Verbrauch von 20 kWh auf 100 Kilometer:

VergleichJahresverbrauchPreisJahreskosten
Benziner (E10, 7L/100km)1.050 L2,054 €/L2.156,70 €
E-Auto (20 kWh/100km)3.000 kWh0,30 €/kWh900,00 €
Ersparnis E-Auto——1.256,70 € pro Jahr

Wer eine Photovoltaikanlage hat und Eigenverbrauch auf unter 10 Cent drückt, spart noch deutlich mehr. Die FAZ weist darauf hin, dass Altbaubesitzer oft zögern — die Praxis zeige aber, dass Wärmepumpen und E-Autos auch dort funktionieren.

Heizen wird ebenfalls teurer

Nicht nur Autofahrer spüren den Ölschock. Die Tagesschau berichtete am 29. März über Erfahrungen von Wärmepumpen-Nutzern. Das Fazit: Trotz gestiegener Strompreise sparen Wärmepumpenbesitzer gegenüber Gas- oder Ölheizungen erheblich. Der Iran-Krieg hat die Gaspreise ebenfalls nach oben gezogen — was die Effizienzvorteile von Wärmepumpen weiter vergrößert.

Ausblick: Entspannung erst nach Ostern möglich?

Trump verlängerte das Kriegs-Ultimatum bis zum 6. April (Ostermontag). Sollte es zu einer Waffenruhe oder ernsthaften Verhandlungen kommen, könnten Ölpreise um 20 bis 30 Dollar je Barrel fallen. An der Zapfsäule würde das innerhalb von ein bis zwei Wochen Entlastung bringen — Experten rechnen mit einem möglichen Rückgang von 15 bis 20 Cent pro Liter.

Doch die Skepsis überwiegt: Beide Seiten bestehen laut übereinstimmenden Medienberichten weiter auf Maximalforderungen. Der Markt preist laut Deutsche Bank eine EZB-Zinserhöhung im April bereits mit 73 Prozent ein — ein Zeichen dafür, dass die Inflationserwartungen durch den Ölpreis weiter steigen.

Kurzum

Diesel über 2,23 Euro und E10 über 2,05 Euro kosten Durchschnittsfahrer rund 267 Euro mehr pro Jahr als 2023. Der Iran-Krieg ist der Haupttreiber — Brent bei 107 Dollar macht Benzin und Diesel so teuer wie seit Jahren nicht mehr. Das Elektroauto spart rechnerisch über 1.250 Euro pro Jahr an Kraftstoffkosten. Wann die Preise sinken, hängt an einem einzigen Datum: dem 6. April.

Daten: ADAC (26.03.2026), n-tv, Bloomberg, FAZ, Tagesschau — Stand 29. März 2026

Häufig gestellte Fragen

Warum sind die Spritpreise 2026 so hoch?

Der Hauptgrund ist der Iran-Krieg, der seit Ende Februar 2026 andauert. Die Bedrohung der Straße von Hormus und die Eskalation im Roten Meer haben den Brent-Ölpreis auf rund 107 US-Dollar je Barrel getrieben — rund 40 Prozent über dem Niveau vor Kriegsbeginn.

Was kostet ein Liter Benzin und Diesel aktuell in Deutschland?

Laut ADAC kostete E10-Superbenzin am 26. März 2026 im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,054 Euro pro Liter, Diesel 2,234 Euro pro Liter. Die Preise können täglich schwanken.

Wie viel spare ich mit einem Elektroauto bei aktuellen Spritpreisen?

Bei 15.000 Kilometer jährlich, einem Benzinerverbrauch von 7 Litern auf 100 km und E10 zu 2,054 Euro zahlen Sie 2.156,70 Euro. Ein E-Auto mit 20 kWh/100 km und 30 Cent Haushaltsstrom kostet 900 Euro — eine Ersparnis von rund 1.257 Euro pro Jahr.

Wann können die Spritpreise wieder sinken?

Das hängt vom Verlauf des Iran-Krieges ab. Trumps Feuerpause läuft am 6. April 2026 ab. Ein Waffenstillstand könnte den Ölpreis um 20 bis 30 Dollar senken und die Spritpreise innerhalb von zwei Wochen um 15 bis 20 Cent drücken. Experten warnen jedoch, dass beide Seiten noch auf Maximalforderungen bestehen.

Wann tankt man am günstigsten?

Laut langjährigen ADAC-Auswertungen sind die Spritpreise abends zwischen 18 und 22 Uhr im Schnitt am niedrigsten. Dienstag und Mittwoch sind häufig günstiger als der Wochenbeginn. Tanken-Apps wie die ADAC-App oder clever-tanken.de zeigen Preise in Echtzeit. Alle hier veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche der Redaktion. Wir beziehen unsere Daten aus Quellen, die wir als zuverlässig erachten. Trotz größter Sorgfalt bei der Erstellung der Beiträge übernehmen wir keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit von Daten und Informationen.

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