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Analyse
Negativ
28. März 20266 Min. Lesezeit

Wochenausblick KW 14: Karfreitag, Quartalsende und UniCredit — eine verkürzte Woche mit voller Sprengkraft

Wochenausblick KW 14: Quartalsende 31.03., UniCredit-HV über Commerzbank-Übernahme, Bayer Pharma Day und US-Jobdaten — in nur vier Handelstagen vor Karfreitag.

FinAtlas Redaktion

Erwahnte Aktien

Die kommende Handelswoche hat es in sich. Der Erste Quartalstag (31.03.) bringt Quartalsabschluss-Rebalancing, die UniCredit-Hauptversammlung über die Commerzbank-Übernahme und Nike-Quartalszahlen — alles an einem Tag. Und dann schließen die Börsen bereits Freitag: Karfreitag, 03. April. Vier Handelstage für eine Woche voller Kursrisiken.

Der DAX® gab in der abgelaufenen Woche rund 2,3 Prozent nach und schloss Freitag bei rund 22.099 Punkten (Daten: wallstreet-online). Der Iran-Krieg treibt Brent-Öl auf 106,92 Dollar — ein Plus von 5,40 Prozent allein am Freitag. Laut FAZ halten Fachleute Ölpreise von bis zu 200 Dollar für möglich, falls die Exportanlagen auf der iranischen Insel Kharg beschädigt werden. Fitch sieht zwei Risikofaktoren für die Weltwirtschaft: Stagflation durch Energiekosten und Nachfrageeinbruch durch Kaufkraftverlust.

Termintabelle KW 14 (30. März — 3. April 2026)

TagTerminRelevanz
Mo 30.03.Quartalbeginn Q2; Rebalancing institutioneller AnlegerMittel
Di 31.03.Quartalsende Q1 — Window Dressing; UniCredit außerordentliche HV (Kapitalerhöhung für Commerzbank-Bid); Nike Q3-Zahlen nach US-Börsenschluss; AUTO1, Dermapharm, Norma Group JahreszahlenHoch
Mi 01.04.Bayer Pharma Media Day 2026; ISM Manufacturing USA (März)Mittel
Do 02.04.US Non-Farm Payrolls März (voraussichtlich vorgezogen wegen Karfreitag); EZB-Sprecher möglichHoch
Fr 03.04.KARFREITAG — Börsen geschlossen (Deutschland + USA)—

Quellen: boerse.de Börsentermine, Commerzbank-IR, Nike IR

DAX®-Chartcheck

Der DAX® hat in vier Wochen rund 8 Prozent verloren. Charttechnisch ist das Bild belastet.

  • Aktueller Stand: 22.099 Punkte (Freitag, 27.03.2026)
  • Unterstützung: 21.800 Punkte (Jahrestief-Zone März)
  • Widerstand: 22.600 Punkte (Donnerstag-Schluss vor Iran-Eskalation)
  • Nächste Unterstützung: 21.500 Punkte (200-Tage-Linie, approximiert)

Der RSI des DAX® ist aus dem überkauften Bereich deutlich zurückgekommen. Ein nachhaltiger Bruch unter 21.800 würde technisch weiteres Abwärtspotenzial in Richtung 21.000 Punkte eröffnen. Stabilisierung über 22.600 wäre das erste positive Signal.

Gegenwind: EUR/USD bei 1,151 (Daten: wallstreet-online) stärkt zwar deutschen Exporteuren kurzfristig nicht, belastet aber importierte Energiekosten. Anleiherenditen (10-jährige Bundesanleihe) dürften durch den Inflationsdruck weiter unter Aufwärtsdruck stehen — das belastet Bewertungen.

3 Aktien im Fokus der Woche

1. Commerzbank (CBK.DE) — Di 31.03.: Entscheidungstag für UniCredit

Die UniCredit-Hauptversammlung am 31. März entscheidet über die Kapitalerhöhung, die Voraussetzung für das formelle Übernahmeangebot für die Commerzbank ist. Laut Tagesschau bietet UniCredit 0,485 eigene Aktien je Commerzbank-Aktie — umgerechnet 30,80 Euro.

Das Problem: Analysten taxieren den fairen Wert der Commerzbank-Aktie auf rund 38 Euro. Das Angebot enthält faktisch keine Prämie. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp nannte das Angebot gegenüber der Süddeutschen Zeitung "taktisch" — ohne Basis für Verhandlungen. Das förmliche Angebot wird laut Commerzbank-IR erst im Mai 2026 erwartet; ein Ergebnis frühestens Ende Juni.

Für die Handelswoche gilt: Die Abstimmung auf der UniCredit-HV am 31.03. dürfte Volatilität in beiden Aktien auslösen.

2. Bayer (BAYN.DE) — Mi 01.04.: Pharma Media Day

Bayer hält am 1. April seinen Pharma Media Day 2026 ab. Neue Produktdaten und strategische Updates könnten den Kurs bewegen. Die Aktie leidet seit Jahren unter dem Glyphosat-Rechtsstreit und schwacher Crop-Science-Sparte. Positive Überraschungen bei Pipeline-Daten könnten kurzfristig Katalysatoren sein.

Analysten-Konsens: Daten aktuell nicht verfügbar. Kurs und Kennzahlen werden im Tagesverlauf des 01.04. zu beobachten sein.

3. Rheinmetall (RHM.DE) — Korrektur oder Kaufgelegenheit?

Rheinmetall verlor in KW 13 rund 3,93 Prozent auf 1.379,50 Euro — nach einer Verdopplung seit Jahresanfang 2025. Die Aktie ist hochbewertet. Das Iran-Risiko ist ein zweischneidiges Schwert: Rüstungsbudgets steigen, aber Produktionsmaterialkosten auch.

Für die Woche gilt: Keine direkten Firmentermine. Der Kurs dürfte makrogetrieben bleiben — Ölpreis und Iran-Nachrichten steuern die Richtung.

Makro-Risiken der Woche

Iran-Krieg: Das dominierende Thema bleibt die Strait of Hormuz. Laut Bloomberg passieren nur noch vereinzelt Schiffe den Persischen Golf. Schäden an der iranischen Kharg-Insel (4 Mio. Barrel/Tag Exportkapazität) würden den Ölpreis explosionsartig treiben.

US-Arbeitsmarkt (Do 02.04.): Der Non-Farm Payrolls-Bericht für März wird wegen des Karfreitags voraussichtlich am Donnerstag veröffentlicht. Starke Zahlen könnten Fed-Zinserhöhungserwartungen befeuern — schlecht für Aktien. Schwache Zahlen wären zwar gut für Zinssenkungshoffnungen, aber ein Rezessionssignal.

Quartalsende (Di 31.03.): Institutionelle Anleger passen zum Quartalsende ihre Portfolios an. Window Dressing (Kauf von Gewinnern) und Rebalancing (Verkauf von Outperformern wie Energie) können Kurse verzerren. Der erste Handelstag des neuen Quartals (Mi 01.04.) normalisiert diese Verzerrungen oft wieder.

Private Credit: Laut Bloomberg verlässt frisches Kapital den 1,8 Billionen Dollar schweren Private-Credit-Markt. Fonds von Apollo und anderen Anbietern sehen Rücknahmewellen. Das könnte indirekt auf Unternehmensfinanzierungen wirken.

Kurzum

KW 14 packt viel in vier Handelstage. Quartalsende-Volatilität, UniCredit-Abstimmung, US-Jobdaten und der Iran-Ölpreis-Joker machen die Woche unberechenbar. Wer defensiv aufgestellt ist, behält die Nerven. Der nächste EZB-Termin (30.04.) und Fed-Termin (29.04.) geben erst in KW 18 Klarheit über die Zinspfade — bis dahin dominiert Geopolitik.

Häufig gestellte Fragen

Wann öffnen die Börsen nach Karfreitag wieder?

Karfreitag (03.04.2026) ist Börsenfeiertag in Deutschland und den USA. Ostermontag (06.04.2026) ist in Deutschland ebenfalls Börsenfeiertag. Der nächste Handelstag nach Ostern ist Dienstag, 07. April 2026.

Was bedeutet Quartalsende für den DAX®?

Zum Quartalsende (31.03.) nehmen institutionelle Anleger Portfolioanpassungen vor. Window Dressing — der Kauf gut gelaufener Werte — kann die letzten Handelstage verzerren. Für Privatanleger ist das ein statistisches Rauschen, kein nachhaltiger Trend.

Was passiert auf der UniCredit-Hauptversammlung am 31. März?

UniCredit lässt seine Aktionäre über eine Kapitalerhöhung abstimmen, die als Finanzierung für das Commerzbank-Übernahmeangebot dient. Das Tauschverhältnis: 0,485 UniCredit-Aktien je Commerzbank-Aktie (entspricht rund 30,80 Euro). Das förmliche Übernahmeangebot folgt voraussichtlich im Mai 2026.

Wann kommen die US-Arbeitsmarktdaten im April 2026?

Der reguläre Veröffentlichungstermin für Non-Farm Payrolls ist der erste Freitag des Monats — also der 03. April 2026. Da dieser auf Karfreitag fällt (Börsenfeiertag USA), werden die Daten voraussichtlich am Donnerstag, 02. April 2026 veröffentlicht.

Erwähnte Aktien

CBK.DE
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Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar und dient lediglich Informationszwecken. Alle Angaben ohne Gewähr. Die Meinungen und Einschätzungen können sich jederzeit ändern.

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