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Wirtschaft
Negativ
19. März 20263 Min. Lesezeit

EZB trotzt dem Ölfeuer — Lagarde hält bei 2,0% — der April wird heiß

EZB hält Leitzins zum 6. Mal bei 2,0%. Inflationsprognose 2026 auf 2,6% angehoben. Wachstumsprognose auf 0,9% gesenkt. DAX unter 23.000 Punkte. Nächster Termin: 17. April 2026.

FinAtlas Redaktion

Frankfurt/Main, 19. März 2026. Die Europäische Zentralbank ließ den Leitzins heute zum sechsten Mal in Folge unverändert bei 2,0 Prozent. Gleichzeitig revidierte die EZB ihre Inflationsprognose für 2026 auf 2,6 Prozent — ein Sprung von 0,7 Prozentpunkten gegenüber der Dezember-Projektion von 1,9 Prozent. Das Wachstum des Euroraums sieht Frankfurt nun bei 0,9 Prozent — nach zuvor 1,2 Prozent. Der EZB-Rat beließ alle drei Leitzinssätze konstant. Wie die Tagesschau berichtet, hält die Notenbank die gestiegenen Energiepreise für einen "temporären Effekt". Die Entscheidung fällt nahezu zeitgleich mit der gestrigen Fed-Pause: Auch die US-Notenbank hielt ihren Leitzins unverändert. Laut Tagesschau rechnen Experten für 2026 nicht mehr mit Zinssenkungen in den USA.

Wie die FAZ analysiert, steht die EZB dabei vor einem Dilemma: Die fast besiegt geglaubte Inflation könnte zurückkehren — bei gleichzeitig gesenkter Wachstumsprognose.

Marktreaktion

Der DAX® rutschte im Verlauf des Handelstages unter die Marke von 23.000 Punkten. Laut FAZ-Kommentar sei die Schwelle "vor allem psychologisch" — doch Psychologie bewegt Märkte. Die stärksten Tagesverlierer im DAX® waren Vonovia (-12,12%), Infineon (-7,19%) und Continental (-7,09%). Nur Deutsche Boerse (+0,12%) notierte klar im Plus.

EUR/USD-Kurse und Bund-Renditen lagen zum Redaktionsschluss nicht vollständig vor.

Kontext: Iran trifft auf Stagflationsrisiko

Der Nahostkonflikt hat das Inflationsumfeld radikal verändert. Wie die Tagesschau schreibt, entscheiden Notenbanken "in einem radikal veränderten Umfeld". Angriffe auf die LNG-Infrastruktur Katars — das größte Gasfeld der Welt — legten den Flüssiggas-Export auf Jahre lahm, wie n-tv berichtet. Parallel griff der Iran laut Tagesschau Ölraffinerien in Kuwait und Saudi-Arabien an.

Eine Inflation von 2,6 Prozent bei Wachstum von 0,9 Prozent — das ist ein Stagflationssignal. Die EZB nennt den Energieschock "temporär", riskiert aber eine Fehleinschätzung, wenn der Iran-Konflikt anhält.

Ausblick: 17. April — 28 Tage bis zur nächsten Entscheidung

Die nächste EZB-Ratssitzung findet am 17. April 2026 statt. Laut Tagesschau-Analyse gelten Zinserhöhungen als "sicher" — unklar ist nur der genaue Zeitpunkt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde steht dabei selbst unter Beobachtung; ihre Amtszeit endet 2027.

Heute, am 19. März, ist zudem der letzte Handelstag vor dem Großen Verfallstag (Hexensabbat) morgen. Am 20. März 2026 verfallen gleichzeitig Optionen und Futures auf Aktien und Indizes — ein Faktor, der die heutigen Kursbewegungen zusätzlich verstärkt haben dürfte.

Kurzum

Die EZB kauft sich Zeit — aber zu einem Preis. Eine Inflationsrevision auf 2,6 Prozent und gesenktes Wachstum auf 0,9 Prozent sind kein Freifahrtschein für weitere Pausen. Der 17. April dürfte die entscheidende Sitzung des Jahres werden.

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