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27. März 20264 Min. Lesezeit

DAX® auf Jahrestief-Kurs: Irankrieg, Bundesanleihe auf 15-Jahres-Hoch

DAX unter Druck: Infineon -6%, Siemens Energy -4,7%. RSI nahe überverkauft bei 32.

FinAtlas Redaktion

Erwahnte Aktien

KennzahlWert
Stand (17:30 Uhr)22.262,65 Punkte
52-Wochen-Hoch25.507,79 Punkte
52-Wochen-Tief18.489,91 Punkte
RSI (14)32,04 — nahe überverkauft
MACD−544,87 (bearish)
SMA 5024.276,89 Punkte
Bollinger Unterband22.090,06 Punkte
Support 1 / Support 222.108 / 21.954 Punkte
Widerstand 1 / Widerstand 222.524 / 22.786 Punkte

Top-Verlierer heute

WertKursVeränderungGrund
Infineon (IFX.DE)36,89 Euro−6,00 %Chiphersteller unter Druck, Makro-Abverkauf
Siemens Energy (ENR.DE)142,80 Euro−4,70 %Energiesektor-Rotation, Iran-Risikoaufschlag
RWE (RWE.DE)54,10 Euro−3,05 %Erneuerbare unter Renditedruck
Commerzbank (CBK.DE)30,61 Euro−2,98 %Steigende Refinanzierungskosten
Rheinmetall (RHM.DE)1.396,50 Euro−2,72 %Gewinnmitnahmen nach Rekordrallye

Top-Gewinner heute

WertKursVeränderung
BASF (BAS.DE)51,60 Euro+1,49 %
Symrise (SY1.DE)72,00 Euro+1,29 %
Porsche Holding (PAH3.DE)31,21 Euro+0,58 %

Makro-Narrativ: Drei Treiber für den Abverkauf

US-Präsident Trump verlängerte sein Ultimatum an den Iran zur Freigabe der Straße von Hormus — doch der Markt zeigt sich unbeeindruckt. Laut Handelsblatt rutscht der DAX® dennoch deutlich ins Minus. Die Ölpreise bleiben hoch. Steigende Energiekosten nähren die Inflationsangst — und damit die Angst vor weiteren Zinserhöhungen der Fed.

2. Bundesanleihe auf 15-Jahres-Hoch

Der 10-jährige Bundesanleihe-Yield erreicht heute den höchsten Stand seit 15 Jahren. Laut Handelsblatt sind seit Ende Februar weltweit die Anleihekurse eingebrochen. Steigende Renditen erhöhen den Diskontierungsfaktor für Aktien — besonders Wachstumswerte wie Infineon. Die Finanzierungskosten deutscher Unternehmen steigen auf den höchsten Stand seit Herbst 2022.

3. Wall Street im Abwärtssog

An der Wall Street wächst die Angst, dass die nächsten Fed-Zinsschritte nicht nach unten, sondern nach oben gehen könnten, berichtet n-tv. Die US-Futures belasten damit auch den DAX® als Vorbote. US-Indizes verloren gestern Abend.

Sektorrotation: Wohin fliesst das Geld?

Das Bild ist eindeutig: Zykliker und Wachstumswerte werden verkauft. Defensive Titel wie BASF (+1,49 %) und Symrise (+1,29 %) profitieren von der Flucht in Substanzwerte. Der Markt dreht von Wachstum auf Qualität. Die Rallye ist ein Einzelphänomen — fünf der fünf größten Verlierer verlieren mehr als 2,7 Prozent.

Chartcheck: Wo steht der DAX® technisch?

Der RSI notiert bei 32,04 — knapp über der Überverkauft-Schwelle von 30. Der MACD-Histogramm von −463,94 zeigt anhaltenden Verkaufsdruck. Der Kurs befindet sich deutlich unterhalb des SMA 50 bei 24.276 Punkten. Das Bollinger-Unterband bei 22.090 Punkten fungiert als nächste Auffangzone.

Kritische Marken:

  • Nächster Support: 22.108 Punkte (Pivot S1)
  • Darunter: 21.954 Punkte (Pivot S2) — Unterschreiten würde die Lage erheblich verschärfen
  • Nächster Widerstand: 22.524 Punkte — erst darüber wäre eine Stabilisierung belegt
  • Lokale Hochs: 24.366 und 24.897 Punkte — weit entfernt

EU-US Handelsdeal: 15 Prozent Zölle passieren EU-Parlament

Ein wichtiger Makro-Faktor am Rande: Das EU-Parlament hat heute ein Handelsabkommen mit den USA mit 15 Prozent Zöllen auf Exporte beschlossen, berichtet n-tv. Die Auflagen sind streng. Für exportstarke DAX®-Unternehmen bedeutet dies erhöhte Kostenbelastung im US-Geschäft.

Ausblick

Der DAX® testet heute kritische technische Unterstützung bei 22.108 Punkten. Ein Schlusskurs darunter würde den Weg in Richtung 21.954 Punkte öffnen. Kurzfristig entscheidet der Abendhandel an der Wall Street. Sollten die US-Märkte weitere Verluste zeigen, dürfte die 22.000-Punkte-Marke am Montag unter Druck geraten.

Kurzum: Der DAX® kämpft mit dem schwersten Makro-Cocktail seit Monaten — Irankrieg, Rekord-Anleiherenditen und Fed-Angst greifen heute synchron an. Die Marktbreite ist schwach: Fast alle Verlierer verlieren mehr als die Gewinner gewinnen. Technisch nähert sich der RSI der Überverkauft-Zone — ein kurzfristiges Erholungspotenzial dürfte sich eröffnen, sobald der Verkaufsdruck nachlässt.

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Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar und dient lediglich Informationszwecken. Alle Angaben ohne Gewähr. Die Meinungen und Einschätzungen können sich jederzeit ändern.

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