Zum Hauptinhalt springen
Zurück zum Lexikon

Verlustverrechnungstopf

Definition

Der Verlustverrechnungstopf ist ein steuerliches Konto bei der depotführenden Bank, das realisierte Verluste aus Kapitalanlagen erfasst und automatisch mit zukünftigen Gewinnen verrechnet.

Verlustverrechnungstopf

Der Verlustverrechnungstopf ist ein bankintern geführtes Konto, auf dem realisierte Verluste aus Kapitalanlagen gesammelt werden, um sie mit späteren Gewinnen zu verrechnen und damit die Steuerlast zu reduzieren.

Zwei Töpfe seit 2021

Seit der Verschärfung 2021 existieren zwei getrennte Töpfe:

TopfInhalt
Allgemeiner VerlustverrechnungstopfVerluste aus Anleihen, Fonds, Zertifikaten, Optionen
Aktien-VerlustverrechnungstopfNur Verluste aus Aktienverkäufen

Wichtige Einschränkung

Aktienverluste dürfen ausschließlich mit Aktiengewinnen verrechnet werden – nicht mit Anleihengewinnen, Dividenden oder sonstigen Kapitalerträgen.

Beispiel: Verrechnung

Aktienverluste (Topf 2): -3.000 €
Aktiengewinne im gleichen Jahr: +5.000 €
→ Steuerpflichtiger Aktiengewinn: 2.000 €
→ Abgeltungsteuer: 500 € (statt 1.250 €)

Jahresendabrechnung

Am 31. Dezember verbleibt ein nicht verrechneter Verlust im Topf und wird ins nächste Jahr vorgetragen. Anleger sollten bis 15. Dezember eine Verlustbescheinigung beantragen, wenn sie den Verlust bei einer anderen Bank oder über die Steuererklärung nutzen möchten.

Verlustbescheinigung

Auf Antrag (bis 15. Dezember) stellt die Bank eine Verlustbescheinigung aus. Diese kann in der Einkommensteuererklärung (Anlage KAP) zur bankübergreifenden Verlustverrechnung genutzt werden.

Tax-Loss-Harvesting

Strategisches Realisieren von Buchverlusten vor Jahresende, um die Steuerlast im laufenden Jahr zu senken und gleichzeitig an der langfristigen Investmentstrategie festzuhalten (Wiederkauf nach >30 Tagen empfohlen).

Hinweis: Keine Steuerberatung – bitte Fachmann konsultieren.

VerlustverrechnungstopfTax-Loss-HarvestingAktienverlusteAbgeltungsteuerSteuerstrategie