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Tulpenmanie 1637 -- Die erste Spekulationsblase

Definition

Die Tulpenmanie von 1636/37 in den Niederlanden gilt als erste dokumentierte Spekulationsblase: Einzelne Tulpenzwiebeln erzielten Preise bis zum 10-fachen eines Jahreslohns eines Handwerkers.

Die erste Spekulationsblase der Geschichte

Die Tulpenmanie (niederländisch: Tulpenwindhandel) gilt als die erste documented Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte. Sie spielte sich in der Niederländischen Republik, dem damals reichsten Land der Welt, im Winter 1636/37 ab. Tulpen, erst 1593 aus dem Osmanischen Reich nach Europa gebracht, hatten sich zum Statussymbol des wohlhabenden Bürgertums entwickelt.

Der Handel mit Zwiebeln als Terminkontrakt

Besonders begehrt waren "gebrochene" Tulpen -- Sorten mit aufwendigen Farbmustern, die durch einen Virus entstanden und sich nicht verlässlich reproduzieren ließen. Der Handel entwickelte sich zu einem Terminmarkt: Händler kauften Verträge auf noch nicht geerntete Zwiebeln -- was technisch einem Futures-Kontrakt entsprach. Der Handel verlagerte sich in Tavernen, wurde von Handwerkern, Bauern und Kleinbürgern betrieben.

Die Spitzenpreise

Auf dem Höhepunkt der Manie (Winter 1636/37) kostete eine einzelne Zwiebel der begehrten Sorte Semper Augustus bis zu 10.000 Gulden. Zum Vergleich: Ein qualifizierter Handwerker verdiente rund 1.000 Gulden pro Jahr. Eine Zwiebel war damit so teuer wie ein gut ausgestattetes Haus in Amsterdam. Insgesamt wurden auf dem Höhepunkt mehr Tulpenzwiebeln gehandelt, als physisch existierten.

Der Zusammenbruch im Februar 1637

Am 3. Februar 1637 erschienen zu einer Auktion in Haarlem keine Käufer mehr. Die Preise stürzten innerhalb von Wochen auf ein Hundertstel des Höchststandes. Wer auf Kredit gekauft hatte, war ruiniert. Die holländischen Gerichte weigerten sich zunächst, Tulpen-Terminverträge als vollstreckbar anzuerkennen, was einen Teil der Verluste abfederte.

Historische Einordnung

Neuere Forschungen relativieren das Ausmaß der Tulpenmanie: Der Schaden war primär lokal und betraf nur eine dünne Schicht von Spekulanten, nicht die Volkswirtschaft insgesamt. Dennoch ist die Tulpenmanie das Urbeispiel einer irrationalen Spekulationsblase geblieben.


Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.

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