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EBA/Fed Banken-Stresstests

Definition

Banken-Stresstests sind regulatorische Simulationsszenarien, bei denen Aufsichtsbehörden wie EBA oder Federal Reserve prüfen, ob Banken schwere wirtschaftliche Schocks mit ausreichend Kapital überstehen würden. Ergebnisse entscheiden über Kapitalrückgaben.

Was sind Banken-Stresstests?

Stresstests sind Werkzeuge der Bankenaufsicht, die das Widerstandsvermögen von Kreditinstituten unter simulierten Extremszenarien messen. Regulatoren entwickeln adverse Szenarien – etwa schwere Rezessionen, Immobilienmarkteinbrüche oder Handelsspannungen – und berechnen, welche Kapitalverluste entstünden.

EBA-Stresstest Europa

Die European Banking Authority (EBA) führt alle zwei Jahre einen EU-weiten Stresstest durch, zuletzt 2023. Untersucht werden rund 70 europäische Banken, die zusammen rund 75 % der EU-Bankaktiva abdecken. Zwei Szenarien werden getestet: ein Basisszenario und ein adverses Szenario. Das adverse Szenario enthält typischerweise BIP-Einbrüche von 4–6 %, Immobilienpreisrückgänge und steigende Arbeitslosigkeit.

Fed DFAST und CCAR

In den USA führt die Federal Reserve jährliche Stresstests durch: den Dodd-Frank Act Stress Test (DFAST) für alle systemrelevanten Banken und den Comprehensive Capital Analysis and Review (CCAR) für die größten Institute. CCAR bewertet auch die Kapitalplanung und entscheidet über Dividenden- und Rückkaufgenehmigungen.

Methodologie und Kritik

Banken reichen Daten bei den Aufsehern ein, die dann standardisierte Verlustmodelle anwenden. Kritiker bemängeln, dass die Szenarien zu wenig gegenläufige Korrelationen und Tail-Risks abbilden. Die Finanzkrise 2008 und die Bankenkrise 2023 (SVB, Credit Suisse) lagen teils außerhalb damaliger Stressszenarien.

Auswirkungen auf Banken

Stresstestergebnisse bestimmen institutsspezifische Kapitalpuffer (P2G in Europa). Schlechte Ergebnisse können Ausschüttungen beschränken und Kapitalerhöhungen erzwingen. Gute Ergebnisse hingegen geben Spielraum für Dividenden und Aktienrückkäufe.

Bedeutung für Anleger

Anleger nutzen Stresstest-Ergebnisse zur Einschätzung der Kapitalqualität. Insbesondere die Entwicklung der CET1-Quote im adversen Szenario ist ein wichtiger Bonitätsindikator. Eine hohe Widerstandsfähigkeit kann die Bewertung eines Instituts stützen.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.

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