Strangle: Guenstigere Volatilitaetsstrategie als der Straddle
Definition
Ein Strangle kombiniert eine Call-Option und eine Put-Option auf denselben Basiswert mit unterschiedlichen Ausübungspreisen (beide OTM) -- er ist günstiger als der Straddle, benötigt aber eine noch stärkere Kursbewegung zur Profitabilität.
Strangle: Günstigere Volatilitätsstrategie als der Straddle
Der Strangle ist eine Optionsstrategie, die wie der Straddle auf starke Kursbewegungen setzt -- jedoch mit einem entscheidenden Unterschied: Call und Put haben unterschiedliche Ausübungspreise, beide liegen aus dem Geld (Out-of-the-Money, OTM). Das macht den Strangle günstiger in der Anschaffung, erfordert aber eine noch kräftigere Kursbewegung, um profitabel zu werden.
Unterschied zum Straddle
Beim Straddle verwenden Call und Put denselben Strike am Geld (ATM). Beim Strangle liegt der Call-Strike oberhalb des aktuellen Kurses (OTM) und der Put-Strike darunter (OTM). Ergebnis: niedrigere Prämienkosten, aber ein breiteres Break-even-Band -- der Kurs muss weiter laufen.
Beispiel: Aktie bei 100 Euro. Straddle: Call und Put auf 100 Euro. Strangle: 105-Euro-Call + 95-Euro-Put. Der Strangle kostet deutlich weniger Prämie, verlangt aber einen größeren Ausschlag.
Long Strangle vs. Short Strangle
Long Strangle: Kauf von OTM-Call und OTM-Put. Maximaler Verlust ist die gezahlte Gesamtprämie. Gewinn entsteht, sobald der Kurs über den oberen Break-even steigt oder unter den unteren Break-even fällt. Das Gewinnpotenzial ist nach oben unbegrenzt, nach unten durch null begrenzt.
Short Strangle: Verkauf beider OTM-Optionen. Kassiert Prämien, profitiert von Seitwartsbewegungen oder sinkender impliziter Volatilität. Das Verlustrisiko ist auf der Call-Seite theoretisch unbegrenzt -- ausschließlich für professionelle Marktteilnehmer geeignet.
Risikoprofil des Long Strangle
- Maximaler Verlust: Gesamtprämie (Call-Prämie + Put-Prämie)
- Break-even oben: Call-Strike + Gesamtprämie
- Break-even unten: Put-Strike minus Gesamtprämie
- Gewinnzone: Kursbewegung über oder unter die Break-even-Marken
Praxisbeispiel: Aktie bei 100 Euro, 105-Call kostet 2 Euro, 95-Put kostet 2 Euro. Gesamtprämie: 4 Euro. Break-even oben: 109 Euro. Break-even unten: 91 Euro.
Wann den Strangle einsetzen?
Der Strangle eignet sich, wenn eine starke Kursbewegung erwartet wird, aber die Richtung unklar ist -- und wenn die implizite Volatilität bereits erhöht ist, sodass ein Straddle zu teuer erscheint. Typische Anlässe: Quartalszahlen, Übernahmeentscheidungen, makroökonomische Überraschungen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Derivate können den vollständigen Kapitalverlust verursachen. Bitte konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater.