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SPAC (Special Purpose Acquisition Company)

Definition

Ein SPAC (Special Purpose Acquisition Company) ist eine börsennotierte Mantelgesellschaft ohne operatives Geschäft, die gegründet wird, um durch einen Börsengang Kapital einzusammeln und anschließend ein nicht-börsennotiertes Unternehmen zu übernehmen. Für das Zielunternehmen stellt dies eine Alternative zum klassischen IPO dar.

Was ist ein SPAC?

Ein SPAC (Special Purpose Acquisition Company, deutsch: Zweckgesellschaft zur Unternehmensübernahme) ist eine sogenannte Blankoscheck-Gesellschaft: Sie hat kein eigenes operatives Geschäft, sondern wird ausschließlich zu dem Zweck gegründet, durch einen Börsengang Kapital aufzunehmen und damit innerhalb eines definierten Zeitraums ein anderes Unternehmen zu erwerben oder mit einem zusammenzuführen.

Wie funktioniert ein SPAC?

Der typische SPAC-Ablauf gliedert sich in drei Phasen:

  1. IPO-Phase: Die Sponsoren des SPACs bringen die Gesellschaft an die Börse. Anleger erwerben sogenannte Units, die meist aus einer Aktie und einem Optionsschein (Warrant) bestehen. Der Ausgabepreis liegt in der Regel bei 10 USD.

  2. Suchphase (Acquisition Search): Das eingesammelte Kapital wird auf einem Treuhandkonto (Trust Account) verwahrt. Die SPAC-Manager haben typischerweise 18–24 Monate Zeit, um ein geeignetes Übernahmeziel (Target) zu identifizieren.

  3. De-SPAC-Transaktion: Wird ein Zielunternehmen gefunden, stimmen die SPAC-Aktionäre über die Übernahme ab (Business Combination). Stimmen sie zu, wird das Zielunternehmen zur börsennotierten Gesellschaft. Aktionäre, die ablehnen, können ihre Anteile zum Ausgabepreis plus Zinsen zurückgeben.

Vor- und Nachteile für Anleger

Vorteile

  • Kapitalschutz: Das Geld liegt im Trust — bei Nichtzustandekommen einer Transaktion wird es zurückerstattet.
  • Optionalität: Anleger können ablehnen und trotzdem von Warrants profitieren.
  • Frühzeitiger Zugang zu Unternehmen, die sonst erst später an die Börse gehen würden.

Nachteile

  • Verwässerungsrisiko durch Sponsor-Promoter-Anteile (oft 20 % kostenlos für Sponsoren).
  • Schlechte historische Performance: Studien zeigen, dass De-SPAC-Transaktionen im Schnitt unterdurchschnittliche Renditen liefern.
  • Interessenkonflikte zwischen Sponsoren und normalen Aktionären.

Internationale Beispiele

  • Virgin Galactic (2019): Ging über den SPAC von Chamath Palihapitiya an die Börse.
  • Lucid Motors (2021): Börseneintritt via Churchill Capital Corp IV.
  • Sono Motors (2022): Das Münchener Solarmobil-Startup versuchte den US-Börsengang über einen SPAC.

SPAC-Boom und -Rückgang

2020–2021 erlebten SPACs einen enormen Boom, besonders in den USA. Mit steigenden Zinsen und strengerer SEC-Regulierung ab 2022 kühlte der Markt stark ab. In Europa blieb die SPAC-Aktivität insgesamt deutlich moderater.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Bitte beachten Sie die gesetzlichen Hinweispflichten gemäß § 34 WpHG.

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