Settlement und Clearing – Wertpapierabwicklung
Definition
Clearing und Settlement sind die nachgelagerten Prozesse nach einem Wertpapierhandel – Clearing gleicht Positionen aus, Settlement überträgt Wertpapiere und Geld.
Settlement und Clearing – Wertpapierabwicklung
Clearing und Settlement sind die Post-Trade-Prozesse, die nach dem Abschluss einer Wertpapiertransaktion ablaufen.
Clearing
Clearing ist der Prozess der Nettierung und Absicherung von Handelspositionen vor der Zahlung:
- Trade Matching: Käufer und Verkäufer bestätigen Trade
- Netting: Gegenläufige Positionen werden saldiert
- CCP (Central Counterparty): Stellt sich zwischen Käufer und Verkäufer
- Margin: Sicherheiten werden gefordert
CCP in Europa: Eurex Clearing, LCH.Clearnet
Settlement
Settlement ist die tatsächliche Übertragung von Wertpapieren und Geld:
- DVP (Delivery versus Payment): Gleichzeitige Übertragung → kein Lieferrisiko
- Settlementprozess: T+2 in Europa (Trade + 2 Bankarbeitstage)
Geplant: T+1 Settlement in Europa ab 2027 (USA bereits ab 2024 T+1).
Clearinghaus-Funktion
Das Clearinghaus als CCP:
- Übernimmt Kontrahentenrisiko beider Parteien
- Überlebt Default eines Handelsteilnehmers
- Verlangt Initial + Variation Margin
Systemisches Risiko: CCPs sind "too big to fail" – reguliert durch EMIR.
Depot-Verwahrung (Custody)
Nach Settlement: Aktien in Depots bei Custodians (Depotbanken).
- Omnibus Account: Bank hält Aktien für alle Kunden zusammen
- Segregated Account: Eigenes Konto (sicherer, teurer)
Euroclear/Clearstream
Die zwei europäischen Zentralverwahrer (CSDs):
- Euroclear (Belgien): Hauptsächlich Eurozone
- Clearstream (Deutsche Börse): Deutschland-fokussiert
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.