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Securities Lending (Wertpapierleihe)

Definition

Securities Lending (Wertpapierleihe) bezeichnet das vorübergehende Verleihen von Wertpapieren aus einem ETF-Portfolio gegen eine Gebühr. Die Einnahmen reduzieren die effektiven Kosten für Anleger, gehen aber mit einem Kontrahentenrisiko einher.

Was ist Securities Lending?

Securities Lending, auf Deutsch Wertpapierleihe, ist eine Praxis, bei der ein Fonds – darunter viele ETFs – Wertpapiere aus seinem Portfolio vorübergehend an einen Entleiher (typischerweise Hedgefonds, Banken oder andere institutionelle Investoren) verleiht. Der Entleiher zahlt dafür eine Leihgebühr und stellt Sicherheiten (Collateral), meist in Form von hochwertigen Staatsanleihen oder Barmitteln.

Nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit – oft wenige Tage bis Wochen – werden die Wertpapiere zurückgegeben. Der Fonds behält in dieser Zeit die wirtschaftlichen Rechte (Dividenden, Kuponerträge), nicht jedoch das Stimmrecht.

Warum betreiben ETFs Securities Lending?

ETF-Anbieter nutzen Wertpapierleihe primär, um Zusatzerträge zu generieren:

  • Die Leihgebühren fließen (anteilig) in den Fonds zurück
  • Dies senkt die Tracking Difference – der ETF kann seinen Index sogar leicht übertreffen
  • Große Anbieter wie iShares (BlackRock) und Vanguard betreiben umfangreiche Lending-Programme

Typische Leihgebühren liegen je nach Nachfrage zwischen 0,01 % und mehreren Prozent p.a. Selten gehandelte Small Caps oder bestimmte Anleihen erzielen höhere Gebühren als liquide Blue Chips.

Risiken der Wertpapierleihe

Trotz der Vorteile birgt Securities Lending Risiken für ETF-Anleger:

  1. Kontrahentenrisiko: Kann der Entleiher die Papiere nicht zurückgeben (Insolvenz), ist der Fonds auf die Sicherheiten angewiesen – deren Wert kann schwanken
  2. Collateral-Risiko: Qualität und Liquidität der hinterlegten Sicherheiten variieren
  3. Interessenkonflikt: Manche Anbieter behalten einen Teil der Leihgebühren (z.B. 40 % für den Fondsmanager, 60 % für den Fonds)

Die UCITS-Regulierung begrenzt das Kontrahentenrisiko auf 10 % des Nettoinventarwerts und schreibt Mindestanforderungen an Sicherheiten vor.

Transparenz und ETF-Auswahl

Anleger sollten auf folgende Punkte achten:

  • Wie viel des Portfolios wird verliehen? (Typisch: 5–30 %, selten mehr)
  • Wer erhält die Einnahmen? Idealerweise 100 % an den Fonds (z.B. Vanguard-Modell) statt Teilbehalt
  • Welche Sicherheiten werden akzeptiert? Nur erstklassige Staatsanleihen oder auch Aktien?
  • Informationen finden sich im Jahresbericht, im KID-Dokument und auf der Anbieter-Website

Praxisbeispiel

Ein iShares MSCI Emerging Markets ETF vergibt Securities Lending an Hedgefonds, die Schwellenländeraktien für Short-Verkäufe benötigen. Die hohen Leihgebühren für seltener gehandelte Papiere tragen dazu bei, dass der ETF trotz TER von 0,18 % eine Tracking Difference von nahezu 0 % erzielt.


Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in ETFs sind mit Risiken verbunden. Bitte beachten Sie die Informationen gemäß § 34 WpHG.

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