Aktienanleihe (Reverse Convertible)
Definition
Eine Aktienanleihe (Reverse Convertible) ist eine Anleihe mit hohem Kupon, bei der der Emittent das Recht hat, bei Fälligkeit statt Geld Aktien zu liefern.
Aktienanleihe – Reverse Convertible
Die Aktienanleihe (Reverse Convertible Bond) kombiniert eine festverzinsliche Anleihe mit einem Short Put auf eine Aktie. Der Anleger erhält einen hohen Kupon, akzeptiert dafür aber das Aktienlieferungsrisiko.
Funktionsweise
Beispiel Aktienanleihe auf Volkswagen:
- Kupon: 12 % p.a.
- Nennwert: 1.000 €
- Basispreis: 120 € (aktueller VW-Kurs)
- Laufzeit: 1 Jahr
Szenarien bei Fälligkeit:
| VW-Kurs | Rückzahlung | Gesamtrendite |
|---|---|---|
| 150 € (+25 %) | 1.000 € Cash | +12 % (Kupon) |
| 120 € (0 %) | 1.000 € Cash | +12 % (Kupon) |
| 108 € (−10 %) | 8,33 Aktien × 108 = 900 € | +2 % (netto) |
| 80 € (−33 %) | 8,33 Aktien × 80 = 667 € | −21 % (netto) |
Optionales Einbettung verstehen
Der hohe Kupon ist die Prämie für einen Short Put (auf den Basispreis):
Aktienanleihe = Anleihe + Short Put
Anleger sind Long Anleihe + Short Put. Der Emittent kassiert die Put-Prämie und gibt sie als Teil des hohen Kupons weiter.
Wann sinnvoll?
- Seitwärtserwartung oder leicht positive Erwartung
- Bereitschaft, die Aktie zum Basispreis zu kaufen
- Niedrigzinsumfeld (Kuponattraktivität besonders hoch)
Risiko
Bei starken Kursrückgängen verliert der Anleger sowohl durch den Kursverlust der Aktien als auch relativ zum direkten Aktieninvestment (da keine Kursgewinne über Basispreis).
Disclaimer: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information. Keine Anlageberatung gemäß §34 WpHG.