Permanent Portfolio (Harry Browne)
Definition
Das Permanent Portfolio von Harry Browne teilt das Vermögen zu je 25 % auf vier Asset-Klassen auf: Aktien, Anleihen, Gold und Cash. Es ist auf alle Wirtschaftsphasen ausgelegt und gilt als konservativ-stabiles Allwetter-Konzept.
Was ist das Permanent Portfolio?
Das Permanent Portfolio wurde in den 1970er Jahren vom amerikanischen Freiheitspolitiker und Investmentautor Harry Browne entwickelt und 1981 in seinem Buch Inflation-Proofing Your Investments erstmals detailliert beschrieben. Es basiert auf der Überzeugung, dass Anleger nicht vorhersagen können, in welcher Wirtschaftsphase wir uns befinden – und daher für alle vier möglichen Szenarien gleichzeitig gerüstet sein müssen.
Die vier gleichen Quartile
Die Asset-Allocation ist denkbar einfach:
| Asset-Klasse | Anteil | Funktion |
|---|---|---|
| Aktien (breit diversifiziert) | 25 % | Profitiert von Wirtschaftswachstum |
| Langläufer-Staatsanleihen | 25 % | Profitiert von Deflation und Rezession |
| Gold | 25 % | Schutz vor Inflation und Währungskrisen |
| Cash / kurzlaufende Anleihen | 25 % | Puffer in Zeiten der Stagnation |
Rebalancing erfolgt, wenn eine Position unter 15 % oder über 35 % des Portfoliowerts fällt.
Historische Renditen
Backtests über den Zeitraum 1972–2023 zeigen: Das Permanent Portfolio erzielte in den USA eine jährliche Rendite von ca. 8–9 % bei einer maximalen Drawdown-Tiefe von etwa –12 % (im Vergleich zu –50 % beim S&P 500 in 2008/09). Die risikobereinigte Rendite (Sharpe Ratio) liegt deutlich über einem reinen Aktienportfolio.
In Deutschland adaptiert mit DAX-ETF, Bundesanleihen-ETF, physischem Gold-ETF (z. B. Xetra-Gold) und Tagesgeld/Geldmarkt-ETF ist das Konzept vollständig replizierbar.
Stärken und Schwächen
Stärken:
- Extreme Einfachheit: Vier ETFs oder Fonds genügen
- Robustheit: Kein Wirtschaftsszenario kann alle vier Positionen gleichzeitig treffen
- Geringes Rebalancing-Bedarf: Bandbreite 15–35 %
Schwächen:
- Rendite-Limitierung: In langen Boom-Phasen deutlich schlechter als ein reines Aktienportfolio
- 25 % Gold gilt vielen Mainstream-Investoren als überhöht
- Cash-Anteil leidet bei anhaltend hoher Inflation
Praxisbeispiel
Ein Anleger mit 40.000 € investiert je 10.000 € in: iShares Core MSCI World ETF, iShares € Govt Bond 15-30yr ETF, Xetra-Gold sowie einen Geldmarkt-ETF. Jährliche Überprüfung: Liegt Gold durch einen Kurssprung bei 38 % des Portfolios, wird auf 25 % zurückgestutzt und der Erlös gleichmäßig verteilt.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Renditen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Beachten Sie die Risikohinweise gemäß § 34 WpHG.