Penny Stock: Billigaktien mit hohem Risiko
Definition
Penny Stocks sind Aktien mit sehr niedrigem Kurs (in Deutschland meist unter 1 Euro, in den USA unter 5 US-Dollar) — sie sind häufig bei Kleinstunternehmen oder sanierungsbedürftigen Firmen zu finden und gelten wegen manipulationsanfälliger Kurse und geringer Liquidität als hochspekulativ.
Was sind Penny Stocks?
Der Begriff Penny Stock leitet sich vom englischen Wort für "Pfennig" ab und beschreibt Aktien mit extrem niedrigem Nominalwert. In Deutschland gilt gemeinhin eine Grenze von unter 1 Euro, in den USA definiert die SEC Penny Stocks als Wertpapiere unter 5 US-Dollar, die nicht an den grossen Börsen notiert sind.
Warum sind die Kurse so niedrig?
Ein niedriger Aktienkurs allein sagt wenig über die Qualität eines Unternehmens aus — entscheidend ist die Marktkapitalisierung. Penny Stocks entstehen typischerweise durch:
- Unternehmensverfall: Ehemalige Substanzunternehmen, die in finanzielle Schieflage geraten sind
- Sanierungsfälle: Insolvenznahe Unternehmen mit Kapitalschnitt (Reverse Split vorab oder danach)
- Neugründungen im Freiverkehr: Junge Unternehmen ohne Börsenreife, die dennoch handelbar gemacht werden
- Kapitalverwässerung: Massive Aktienausgaben haben den Kurs je Aktie stark reduziert
Unterschied zu Micro Caps
Während Micro Caps nach Marktkapitalisierung definiert werden (unter ~300 Mio. Euro), beschreibt Penny Stock den absoluten Aktienkurs. Überschneidungen sind häufig, aber nicht zwingend: Eine Aktie zu 0,50 Euro mit 500 Millionen Stücken im Umlauf hätte eine Marktkapitalisierung von 250 Mio. Euro — also Micro-Cap-Territorium. Umgekehrt kann eine Nano-Cap-Aktie zu 3 Euro kein Penny Stock sein.
Pump-and-Dump: Das größte Manipulationsrisiko
Penny Stocks sind das bevorzugte Vehikel für Pump-and-Dump-Schemata: Manipulatoren kaufen grosse Positionen, verbreiten dann aggressive Kaufempfehlungen (früher per Fax, heute per Social Media und Messenger-Gruppen), treiben den Kurs kuenstlich hoch — und verkaufen dann ihre Bestände auf dem Kursgipfel. Zurück bleiben geschaedigte Anleger mit wertlosen Aktien.
Fehlende Regulierung im Freiverkehr
Viele Penny Stocks sind ausschließlich im Freiverkehr (Open Market, Basic Board) notiert. Dort gelten deutlich geringere Transparenz- und Zulassungsanforderungen als im regulierten Markt. Jahresabschluesse müssen seltener oder gar nicht veröffentlicht werden — die Informationsasymmetrie zulasten des Kleinanlegers ist erheblich.
Für wen geeignet?
Penny Stocks sind ausschließlich für Anleger geeignet, die einen Totalverlust einkalkulieren und bereit sind, erheblichen Rechercheaufwand zu betreiben. Für langfristig orientierte Vermögensaufbau-Strategien sind sie nicht geeignet.
Hinweis
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Penny Stocks können zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Paragraph 34 WpHG.