Zum Hauptinhalt springen
Zurück zum Lexikon

Non-Farm Payrolls (NFP)

Definition

Die Non-Farm Payrolls (NFP) messen die monatliche Veränderung der Beschäftigtenzahl in den USA außerhalb der Landwirtschaft. Sie gelten als wichtigster Arbeitsmarktindikator der Welt und bewegen regelmäßig Devisen, Aktien und Anleihen.

Was sind die Non-Farm Payrolls?

Die Non-Farm Payrolls (NFP) sind der monatliche Beschäftigungsbericht des U.S. Bureau of Labor Statistics (BLS). Er erfasst die Zahl der neu geschaffenen oder weggefallenen Stellen im nichtlandwirtschaftlichen Sektor der USA — also in Industrie, Handel, Dienstleistungen, Gesundheit und Behörden. Landwirtschaft, Privathaushalte und Selbstständige sind ausgenommen.

Methodik und Erhebung

Das BLS befragt monatlich rund 145.000 Unternehmen und Behörden (Establishment Survey) sowie etwa 60.000 Haushalte (Household Survey). Der Stichtag ist die Woche, die den 12. des Monats einschließt. Die Erstveröffentlichung erfolgt am ersten Freitag des Folgemonats um 14:30 Uhr MEZ (08:30 ET). Daten werden häufig in den Folgemonaten revidiert, weshalb Anleger auch auf Revisionen achten.

Veröffentlichungstermin

Erster Freitag jedes Monats, 14:30 Uhr MEZ. Vorbörslich — der US-Aktienmarkt öffnet erst um 15:30 Uhr MEZ, weshalb die unmittelbare Reaktion zunächst in Futures, EUR/USD und Anleihe-Futures sichtbar wird.

Marktreaktion

Kein anderer Wirtschaftsbericht bewegt die Märkte so verlässlich wie der NFP:

  • Starker NFP (deutlich über Erwartungen): US-Dollar steigt, Anleiherenditen steigen, Aktien reagieren gemischt — Zinserhöhungserwartungen wachsen.
  • Schwacher NFP (deutlich unter Erwartungen): US-Dollar fällt, Anleiherenditen sinken, Aktien tendieren zu Gewinnen — Zinssenkungserwartungen nehmen zu.
  • Consensus-Treffer: Geringe Volatilität, Markt wartet auf weitere Fed-Signale.

Entscheidend ist die Abweichung vom Markt-Konsens (Bloomberg-Umfrage), nicht der absolute Wert.

Beispiel

Im März 2024 überraschten die NFP mit +303.000 neuen Stellen (Konsens: +214.000). Der US-Dollar legte unmittelbar zu, der EUR/USD fiel um 0,5 %, zehnjährige US-Treasuries stiegen auf 4,40 %. Die Fed-Zinssenkungserwartungen für Juni wurden deutlich zurückgeschraubt.

Teilkomponenten

Neben der Hauptzahl beachten Profis: Stundenlöhne (Indikator für Lohninflation), Arbeitslosenquote (aus dem Household Survey), Erwerbsquote sowie Revisionen der Vormonats-Daten.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wirtschaftsdaten können sich ändern. Bitte konsultieren Sie einen zugelassenen Finanzberater vor Anlageentscheidungen. (§34b WpHG)

Non-Farm PayrollsNFPUS-ArbeitsmarktBLSBeschäftigungsberichtFedMakroökonomieArbeitslosenquote