Lokalwährungs-Anleihen
Definition
Lokalwährungs-Anleihen sind Schuldverschreibungen aus Schwellenländern, die in der jeweiligen Heimatwährung des Emittenten begeben werden – etwa brasilianische Reais oder indische Rupien – und damit neben dem Zinsertrag auch Währungschancen und -risiken bieten.
Was sind Lokalwährungs-Anleihen?
Lokalwährungs-Anleihen (englisch: Local Currency Bonds) sind festverzinsliche Wertpapiere, die Staaten oder Unternehmen aus Schwellenländern in ihrer eigenen Heimatwährung emittieren. Im Gegensatz zu Hartwährungs-Anleihen (Hard Currency Bonds) in USD oder EUR erhalten Investoren Zinszahlungen und Tilgung in der Lokalwährung des Emittenten.
Der bekannteste Referenzindex ist der JP Morgan GBI-EM (Government Bond Index – Emerging Markets), der Staatsanleihen in Lokalwährung aus rund 15–20 Ländern abbildet. Prominente Emittenten sind Brasilien (BRL), Indien (INR), Mexiko (MXN), Indonesien (IDR) und Südafrika (ZAR).
Charakteristika
- Währungsexposure: Rendite in Euro hängt stark von der Entwicklung der Lokalwährung gegenüber dem Euro ab
- Oft höhere Nominalzinsen: Schwellenländer-Zentralbanken setzen höhere Leitzinsen, was die Nominalrenditen erhöht
- Inflationsschutz vor Ort: Bei hoher lokaler Inflation erhöhen Zentralbanken die Zinsen – was Anleiherenditen nach oben treibt
- Diversifikation: Kaum korreliert mit europäischen oder US-Staatsanleihen
- Geringere Liquidität: Märkte teils weniger tief als für USD-Anleihen derselben Emittenten
Chancen für deutsche Anleger
- Zusatzrendite durch Währungsaufwertung: Wertet die Lokalwährung gegenüber dem Euro auf, steigt die Gesamtrendite
- Carry-Effekt: Hohe Zinsdifferenz zwischen EM-Währungen und Euro kann attraktive Erträge liefern (Carry Trade)
- Diversifikation: Geringe Korrelation zu europäischen Staatsanleihen stärkt Portfoliorobustheit
- Höhere Nominalzinsen: In vielen EM-Ländern deutlich über 5 % p.a. möglich
Risiken
- Währungsrisiko: Abwertungen können die gesamte Rendite vernichten oder ins Negative drehen
- Inflationsrisiko: Hohe lokale Inflation kann reale Kaufkraft der Zinszahlungen mindern
- Politisches Risiko: Kapitalverkehrskontrollen, Devisenrestriktionen, Zentralbankeingriffe
- Korrelationsrisiko: In globalen Krisen werten EM-Währungen oft gemeinsam ab (Risk-Off)
- Hedging-Kosten: Währungsabsicherung für Euro-Investoren ist teuer und schmälert die Rendite erheblich
Vergleich: Lokal- vs. Hartwährungs-Anleihen
| Merkmal | Lokalwährung | Hartwährung (USD) |
|---|---|---|
| Währungsrisiko | Hoch (Lokalwährung) | Mittel (USD/EUR) |
| Nominalzins | Höher | Niedriger |
| Liquidität | Geringer | Höher |
| Diversifikation | Stärker | Moderater |
Relevante ETFs (Beispiele)
- iShares JP Morgan EM Local Govt Bond UCITS ETF (ISIN: IE00B5M4WH52)
- SPDR Bloomberg Emerging Markets Local Bond UCITS ETF (ISIN: IE00B4613386)
- Amundi Index J.P. Morgan GBI EM Global Diversified UCITS ETF (ISIN: LU1686831990)
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Lokalwährungs-Anleihen aus Schwellenländern sind mit erheblichen Währungs- und Marktrisiken verbunden. Bitte beachten Sie die Risikohinweise gemäß § 34 WpHG.