Lipper Fund Awards
Definition
Die Lipper Fund Awards sind eine der renommiertesten internationalen Fonds-Auszeichnungen. Sie werden von Refinitiv (ehemals Thomson Reuters) vergeben und zeichnen Fonds aus, die in ihrer Kategorie über mehrere Jahre eine überdurchschnittliche risikoadjustierte Rendite erzielt haben.
Was sind die Lipper Fund Awards?
Die Lipper Fund Awards werden seit 1999 jährlich in über 17 Ländern vergeben, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz. Grundlage ist die Lipper Leader-Methodik, die Fonds auf Basis konsistenter Renditen und Kapitalerhalt bewertet.
Lipper Leader-Methodik
Lipper bewertet Fonds auf fünf Dimensionen:
- Total Return: Gesamtrendite über 3, 5 und 10 Jahre
- Consistent Return: Konsistenz der risikoadjustierten Rendite
- Capital Preservation: Schutz des investierten Kapitals
- Expense: Verhältnis von Kosten zur Kategorie
- Tax Efficiency: Steuerliche Effizienz (für US-Markt)
Für die Awards zählt primär die Consistent Return-Dimension: Fonds werden in ihrer Kategorie über 3 und 5 Jahre verglichen und müssen Top-25 % sein.
Unterschied zu Morningstar
- Morningstar: Quantitativ, propriäter MRAR, breite Öffentlichkeitswirkung.
- Lipper: Stärker auf professionelle/institutionelle Anleger fokussiert, mehrdimensionale Bewertung.
Beide Systeme sind wertvolle Ergänzungen, keine Substitute.
Verleihung in Deutschland
In Deutschland werden die Awards jährlich im Frühling verliehen. Kategorien umfassen neben Aktien- und Rentenfonds auch Mixed Asset, Alternative Funds und Themenfonds. Zusätzlich gibt es Gruppen-Awards für die besten Fondsgesellschaften nach Anzahl der Top-Fonds.
Bedeutung und Grenzen
Ein Lipper Award ist ein Qualitätssiegel, das Fondsgesellschaften in ihrem Marketing prominent einsetzen. Kritisch zu beachten: Wie das Morningstar Rating ist auch der Lipper Award backward-looking. Ein Preisträger von heute war in der Vergangenheit gut – eine Garantie für die Zukunft gibt es nicht.
Survivorship Bias
Wie alle Auszeichnungssysteme leiden die Lipper Awards unter dem Survivorship Bias: Fonds, die in schlechten Jahren aufgelöst oder mit anderen Fonds zusammengelegt wurden, tauchen in der Statistik nicht auf. Die tatsächliche Trefferquote aktiver Manager ist daher noch geringer als nominell ausgewiesen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar.