Korrelation: Gleichlauf zwischen Anlageklassen messen
Definition
Die Korrelation ist ein statistisches Maß (zwischen -1 und +1), das angibt, wie stark sich zwei Wertpapiere oder Anlageklassen gleichläufig bewegen — eine niedrige oder negative Korrelation ist der Schlüssel zu echter Diversifikation im Portfolio.
Korrelation: Gleichlauf zwischen Anlageklassen messen
Wer ein Portfolio aufbaut, möchte nicht alle Eier in einen Korb legen. Doch wie misst man, ob zwei Anlagen wirklich unabhängig voneinander schwingen? Die Antwort liefert die Korrelation — eine Kennzahl, die Anleger und Portfoliomanager täglich verwenden.
Die Formel
Der Korrelationsköffizient nach Pearson (ρ) berechnet sich als:
ρ(A,B) = Cov(A,B) / (σA × σB)
Dabei ist Cov(A,B) die Kovarianz der beiden Renditereihen und σA bzw. σB deren Standardabweichungen. Das Ergebnis liegt stets zwischen −1 und +1.
Interpretationstabelle
| Wert | Bedeutung |
|---|---|
| +1,0 | Perfekter Gleichlauf — beide Werte steigen und fallen identisch |
| +0,5 bis +0,9 | Hohe positive Korrelation |
| 0 | Keine lineare Abhängigkeit |
| −0,5 bis −0,9 | Hohe negative Korrelation |
| −1,0 | Perfekter Gegenlauf — steigt A, fällt B exakt proportional |
Praxisbeispiel: Aktien vs. Anleihen
Historisch weisen Staatsanleihen und Aktien eine Korrelation von etwa −0,2 bis +0,2 auf. In Krisenzeiten (z. B. Dotcom-Blase 2001, Finanzkrise 2008) fiel die Korrelation deutlich ins Negative: Als der DAX abstürzte, stiegen sichere Bundesanleihen. Ein Portfolio mit 60 % Aktien und 40 % Anleihen profitierte genau von diesem Puffer.
Gold hingegen zeigt eine nahezu Null-Korrelation zu Aktien in normalen Marktphasen, was es zum klassischen Diversifikator macht. Rohstoffe wie Öl oder Kupfer korrelieren hingegen positiv mit konjunktursensitiven Aktien.
Diversifikationsnutzen
Die moderne Portfoliotheorie (Harry Markowitz, 1952) belegt mathematisch: Je niedriger die Korrelation zwischen Portfoliobestandteilen, desto besser das Rendite-Risiko-Verhältnis. Zwei Anlagen mit gleicher Rendite und gleichem Risiko, aber Korrelation −0,3 statt +0,8, ergeben ein deutlich schwankungsärmeres Portfolio — bei gleicher Erwartungsrendite.
Grenzen in Krisenzeiten
Die größte Schwachstelle: Korrelationen sind nicht stabil. In schweren Marktstress-Phasen (Finanzkrise 2008, Corona-Crash 2020) steigen die Korrelationen fast aller Risikoaktiva auf nahezu +1. Das nennt man Korrelationsbruch — ausgerechnet dann, wenn Diversifikation am meisten gebraucht wird, versagt sie. Anleger sollten daher niemals blindlings auf historische Korrelationswerte vertrauen.
Eine weitere Einschränkung: Der Pearson-Köffizient misst nur lineare Zusammenhänge. Nichtlineare oder asymmetrische Abhängigkeiten (Tail Risk) erfasst er nicht vollständig.
Fazit
Die Korrelation ist eines der wichtigsten Werkzeuge im Portfoliomanagement. Wer Anlageklassen mit niedriger oder negativer Korrelation kombiniert, senkt die Gesamtvolatilität — ohne auf Rendite verzichten zu müssen. Allerdings sollten Anleger stets im Blick behalten, dass Korrelationen in Extremsituationen zusammenbrechen können.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionsentscheidungen sollten stets auf Basis einer individuellen Beratung getroffen werden (§ 34 WpHG).