John Bogle – Gründer von Vanguard und Vater des Indexfonds
Definition
John Bogle (1929–2019) gründete 1974 die Vanguard Group und lancierte 1976 den ersten Indexfonds für Privatanleger – den Vanguard 500 Index Fund. Er revolutionierte das Investieren durch passives Management und minimale Kosten.
Biografie
John Clifton Bogle wurde 1929 in Montclair, New Jersey geboren. Er studierte an der Princeton University und promovierte mit einer Arbeit über Investmentfonds. Nach seiner Entlassung bei Wellington Management gründete er 1974 Vanguard als einzigartige genossenschaftlich strukturierte Fondsgesellschaft.
Der erste Indexfonds
Am 31. Dezember 1975 legte Bogle den Vanguard First Index Investment Trust auf – den ersten Indexfonds für Privatanleger. Er replizierte den S&P 500 und erhob eine Gesamtkostenquote (TER) von anfangs 0,16 %, später unter 0,04 %. Die Wall Street verspottete ihn als 'Bogles Torheit'.
Kostenargument
Bogles Kernthese: Jeder Prozentpunkt Kosten schmälert die langfristige Rendite erheblich. Bei einer angenommenen Marktrendite von 7 % p.a. kostet ein aktiver Fonds mit 1,5 % TER über 30 Jahre etwa 40 % des Endvermögens. Passives Investieren schlägt aktives Management statistisch auf lange Sicht.
Vanguard heute
Die Vanguard Group verwaltete zum Zeitpunkt von Bogles Tod 2019 rund 5,3 Bio. USD AUM und ist heute mit über 8 Bio. USD (2024) der zweitgrößte Vermögensverwalter der Welt. Bogle selbst hielt keine Unternehmensanteile – Vanguard gehört seinen Fondsinvestoren.
Vermächtnis
Warren Buffett empfahl in seinem Testament, das für seine Frau hinterlassene Vermögen zu 90 % in Vanguard-Indexfonds anzulegen. Bogle gilt als derjenige, der mehr Privateigentum für Durchschnittsanleger geschaffen hat als irgendjemand sonst in der Finanzgeschichte.
Dieser Eintrag dient der reinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.