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Jan Tinbergen — Makroökonomie

Definition

Jan Tinbergen (1903–1994) war ein niederländischer Ökonom und erster Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften (1969), der ökonometrische Methoden und makroökonomische Modelle pionierte.

Biografie

Jan Tinbergen wurde 1903 in Den Haag geboren und studierte Physik — wie sein Bruder Nikolaas Tinbergen, der den Nobelpreis in Physiologie erhielt. Er lehrte an der Erasmus Universität Rotterdam und arbeitete für den Völkerbund und die Vereinten Nationen. 1969 erhielt er gemeinsam mit Ragnar Frisch den ersten Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Er starb 1994.

Ökonometrie und makroökonomische Modellierung

Tinbergen war Pionier der Ökonometrie: Er verband wirtschaftstheoretische Hypothesen mit statistischen Methoden und baute die ersten makroökonometrischen Modelle für die Niederlande (1936) und die USA (1939). Diese Modelle erlaubten erstmals quantitative Politiksimulationen.

Tinbergen-Regel

Die Tinbergen-Regel in der Wirtschaftspolitik: Für jedes wirtschaftspolitische Ziel braucht man ein eigenständiges Instrument. Werden zwei Ziele (z.B. Preisstabilität und Wachstum) mit einem Instrument (z.B. Zinssatz) verfolgt, kommt es zu Konflikten. Diese Regel ist bis heute relevant in der Debatte über EZB-Mandate.

Handelstheorie

Tinbergen entwickelte das Gravitationsmodell des Handels: Bilateraler Handel zwischen zwei Ländern steigt mit ihrer Wirtschaftsgröße und sinkt mit ihrer Distanz — analog zur Newtonschen Gravitation. Dieses Modell ist Standardwerkzeug der empirischen Handelsforschung.

Auswirkung auf Investoren

Makroökonometrische Modelle nach Tinbergen-Vorbild sind Grundlage von Zentralbank-Projektionen, IWF-Prognosen und Sell-Side-Research. Das Gravitationsmodell erklärt Handelsströme, die für Global-Macro-Strategien relevant sind.


Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.

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