Zins-Collar
Definition
Ein Zins-Collar kombiniert den Kauf eines Zinscaps und den Verkauf eines Zinsfloors, um Zinszahlungen in einem definierten Korridor zu halten — oft kostengünstig als Zero-Cost-Collar strukturiert.
Grundprinzip
Ein Zins-Collar begrenzt variable Zinsen nach oben (Cap) und nach unten (Floor). Der Kreditnehmer zahlt maximal den Cap-Satz und mindestens den Floor-Satz. Die Collar-Prämie ergibt sich aus Cap-Prämie minus Floor-Prämie (Verkaufserlös).
Zero-Cost Collar
Wenn Cap-Prämie = Floor-Prämie, entsteht ein Zero-Cost Collar: Keine Nettoprämie, aber der Zinsvorteil bei stark fallenden Zinsen wird aufgegeben.
Berechnungsbeispiel
Unternehmen: variabel verzinster Kredit 25 Mio. EUR, 4 Jahre, 6M-EURIBOR. Cap-Strike: 5,00 %, Cap-Prämie: 1,50 % = 375.000 EUR Floor-Strike: 3,00 %, Floor-Erlös: 0,80 % = 200.000 EUR Netto-Prämie: 175.000 EUR
Szenario A: EURIBOR = 5,80 % → Zahlt effektiv 5,00 % (Cap greift) Szenario B: EURIBOR = 3,80 % → Zahlt effektiv 3,80 % (kein Eingriff) Szenario C: EURIBOR = 2,50 % → Zahlt effektiv 3,00 % (Floor greift — zahlt mehr als Marktzins)
Vor- und Nachteile
Vorteile: Planbarkeit der Zinskosten, niedrigere Prämie als reiner Cap, bilanzielle Planungssicherheit.
Nachteile: Partizipation an stark fallenden Zinsen wird durch Floor gedeckelt, Floor kann in Tiefzinsphasen teuer werden.
Einsatz in der Praxis
Beliebt bei mittelständischen Unternehmen mit großen Immobilien- oder Projektfinanzierungen. Banken strukturieren Zero-Cost-Collars als Beratungsprodukt für Firmenkunden.
Dieser Eintrag dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Bitte konsultieren Sie bei Anlageentscheidungen einen qualifizierten Finanzberater.